9. bis 10. Oktober 2023
Ein Beitrag eines anderen Reisenden hat uns neugierig gemacht und so geht es heute ins Landesinnere nach Sedini.







Ein süsses Hundemami am Stellplatz
Am Stellplatz wartet eine kleine Überraschung auf uns: Eine Hundemami mit ihrem Welpen. Und anders als üblich scheint sie sich tatsächlich über unsere Anwesenheit und die Streicheleinheiten von Monika zu freuen. Weniger begeistert ist sie jedoch von Lennys Annäherung. Doch bald merkt sie, dass von ihm keine Gefahr ausgeht und sie lässt sogar ihr Junges in seine Nähe.












Spaziergang zum Sa Rocca
Es ist immer noch sommerlich warm. So verbringen wir den Nachmittag gemütlich im Wohnmobil. Erst in den kühleren Abendstunden machen wir uns auf den Weg zum Domus de Janas Sa Rocca.
Hier haben wir es dann wieder: das Hunde-Konzert, das uns aus allen Gärten begrüsst. Shadow lässt sich davon zum Glück nicht aus der Ruhe bringen, und auch Lenny hat mittlerweile verstanden, dass er diese „Einladungen“ ignorieren kann.
Dann tauchen wir auch schon ein in die bezaubernde Welt der schmalen Gässchen von Sedini. Und einmal mehr sind wir fasziniert von den Farben und den liebevoll gestalteten Hauswänden. Hier sind es mehrheitlich Fotografien, die vom früheren Leben berichten.



















Domus de Janus sa Rocca – Das Feenhaus
Die Hauptattraktion von Sedini ist jedoch eindeutig der „Sa Rocca“ in einem Kalksteinblock.
Wie alle der rund 3’000 Domus de Janus auf Sardinien diente auch dieser Domus einst als prähistorische Grabstätte. Das Besondere hier: Während die meisten dieser Felsgräber ausserhalb der Ortschaften liegen, befindet sich dieses direkt am Rande von Sedini. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass die Grabstätte über die Jahrhunderte für ganz unterschiedliche Zwecke genutzt wurde unter anderem auch als Wohnräume, was dazu führte, dass es um Fenster, mehrere Eingänge und Mauern erweitert wurde.
Leider sind wir zu spät unterwegs, um auch noch das Museum anlässlich einer Führung im Innern des Sa Rocca zu besichtigen. Da hätten wir vorher besser mal die Öffnungszeiten gecheckt! Aber selbst von aussen ist das in den Felsen gehauene „Feenhaus“ – so die deutsche Übersetzung für Domus de Janas – beeindruckend.
Trotz der verpassten Innenbesichtigung sind wir fasziniert von diesem Zeugnis längst vergangener Zeiten, das so ungewöhnlich mitten im Dorf steht.














Zurück durch’s Dorf
Unser Rückweg zum Wohnmobil führt uns durch den „moderneren“ Teil von Sedini. Und wir entdecken, dass nicht nur der Domus sondern viele ältere Häuser direkt in und an die Felsen gebaut wurden.






Die herrlichen Abendtemperaturen locken auch um die Zeit noch viele Menschen vor die kleinen Bistros und Cafés entlang der Strasse. Dabei fällt uns eine typisch mediterrane Eigenart auf: Es sind ausschliesslich Männer, die gemütlich zusammensitzen und lebhaft miteinander diskutieren.







Es gäbe noch so viel zu sehen
Wenn wir gewusst hätten, wie viel Schönes es hier und in der Umgebung zu sehen gibt, wären wir nicht nur eine Nacht geblieben. Das wäre auch problemlos möglich gewesen, da wir den ruhigen und kostenlosen Stellplatz in Sedini ganz für uns alleine haben.
Die Region wäre nämlich für noch viel mehr gut: Nur einen Katzensprung entfernt liegt zum Beispiel der Nuraghe Santu Antin. Diese kegelförmigen Steintürme, die Nuraghen, wurden von den ersten Siedlern Sardiniens vor über 3’000 Jahren erbaut und sind weltweit einzigartig. Über die Jahrhunderte wurden die Bauwerke immer grösser und mächtiger. So mächtig, dass der grösste, der Nuraghe Arrubi bei Orroli, einen Hauptturm von 5 Stockwerken umfasst und von mehreren weiteren Türmen und Mauern umgeben ist.
Auch eine Grotte gäbe es ganz in der Nähe, diese kann jedoch nicht besichtigt werden, da sie sich in Privatbesitz befindet.
Wir aber müssen weiterziehen, wenn wir Alghero noch besichtigen wollen. Eine Anfrage beim Campingplatz „La Mariposa“ bei Alghero hat nämlich ergeben, dass sie am nächsten Tag ausnahmsweise noch offen haben (laut Internetseite wäre er bereits in Winterpause).
© Womocanis.ch
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