2. bis 4. Juni 2023
Noch einmal begegnet uns auf unserer Reise durch Tschechien das gelbe M im schwarzen Kreis, das uns die Weiterfahrt auf dieser Strasse untersagt. Zum Glück müssen wir hier ohnehin abbiegen. Das war das letzte Hindernis auf unserer Route, und endlich können wir die Landschaft ungestört geniessen.

















Überraschend dann ein Wegweiser kurz vor unserem Reiseziel: Die nächsten 600 Meter führen durch Polen, bevor wir Deutschland und unseren Stellplatz erreichen. Dank der EU-Regelungen merken wir glücklicherweise nichts davon, dass wir in so kurzer Distanz gleich zwei Grenzen überqueren.










Rund um den Stellplatz in Zittau
Zittau liegt im äussersten Südosten Sachsens im Dreiländereck: Deutschland, Polen und Tschechien treffen hier aufeinander – genau wie in Basel, nur dass es dort Deutschland – Frankreich und die Schweiz sind.
Berühmt ist die Stadt aber auch für ihre Schmalspurbahn, die direkt neben unserem Stellplatz durchfährt. Faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich die Lokomotiven und Waggons sind: Von nostalgischen Dampfloks – der absoluten Hauptattraktion – bis hin zu modernen Dieselloks ist alles dabei.
Da die Züge am Wochenende gut besetzt sind, verzichten wir auf eine Fahrt und erkunden stattdessen die Umgebung zu Fuss. Und hätten wir Lenny und Shadow gefragt, dann hätten sie eh diese Alternative gewählt.





Am Wochenende sind die Züge jedoch gut besetzt,. Deshalb verzichten wir auf eine Fahrt und geniessen stattdessen die Spaziergänge mit Lenny und Shadow in der Nähe des Stellplatzes.
Das Neißeviadukt
Vom Stellplatz aus ist auch das Neißeviadukt zu sehen. Das 475 Meter lange Viadukt gehört zu den grössten und ältesten Eisenbahnbrücken Deutschlands. Leider wurden auch die hohen Bögen des 1847 errichteten Bauwerks gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und erst 1950 durch Polen wieder rekonstruiert. Heute verbindet es zwar wieder Deutschland mit Polen, die Bedeutung wie einst – als es Teil der Bahnverbindung zwischen der sächsischen Hauptstadt Dresden und der Provinzhauptstadt Breslau war – hat es jedoch nie wieder erreicht.



Spaziergang an der Lausitzer Neiße
Am nächsten Tag führt uns unser Spaziergang ein Stückchen an der Lausitzer Neiße entlang. Dieser mit 254 Kilometern längste Nebenfluss der Oder bildet hier seit dem Zweiten Weltkrieg die Grenze zwischen Deutschland und Polen.
Leider teilen wir den Weg mit vielen anderen Spaziergängern und vor allem Fahrradfahrern. Um beiden Hunden gerecht zu werden, beschliessen wir uns aufzuteilen: Lenny kann mit Monika alles in Ruhe erkunden und erschnüffeln, während Dieter mit dem energiegeladenen Shadow zügig voranschreitet.











Als hätten wir es abgesprochen, treffen wir uns auf dem Rückweg zur gleichen Zeit am selben Ort wieder. Da wir noch Zeit haben, setzen wir den Spaziergang gemeinsam fort und entdecken den idyllischen Weinaupark mit seinem malerischen Teich.
Die einladende Terrasse des Restaurants und eine verlockende Spargel-Tafel überzeugen uns von einem frühen Abendessen. Was als gemütlicher Ausklang geplant war, wird leider zur Enttäuschung: Während Salat und Dieters Hauptgang durchaus schmecken, erweisen sich die beworbenen Spargeln als halb roh. Auch der zweite Versuch aus der Küche bringt kaum Besserung – dafür ist die zuvor leckere Sauce Hollandaise nun wässrig und geschieden.
Das Schlimmste: Die Kellnerin zeigt keinerlei Einsehen, und von ihrer anfänglichen Freundlichkeit ist nichts mehr zu spüren. Bei den stolzen Preisen (allein 5 Euro für ein offenes Cola!) hätten wir uns einen anderen Service erhofft. 😮






Auf dem Rückweg zum Wohnmobil lassen wir unsere Unzufriedenheit jedoch hinter uns und bewundern stattdessen die wunderschönen Häuser entlang der Vorstadtallee. Die Motive auf den Fassaden sind so schön gestaltet, dass wir das eine oder andere Mal stehen bleiben, um Fotos zu schiessen.














Das Städtchen Zittau
Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich jedoch in der historischen Innenstadt, die vom Grünen Ring umschlossen ist. Ein Lab-Cache führt zu diesen interessanten Orten, die Dieter mit dem Fahrrad anfährt. Anhand der Fotos darf später auch Monika die Stadt besuchen.
Die Schule auf dem zweiten Bild diente während des Zweiten Weltkrieges als Lazarett. Auch bei der imposanten Franziskanerklosterkirche St. Peter und Paul erinnert ein Kriegerdenkmal an diese Zeit. Die Johanniskirche steht ihr in Prächtigkeit in nichts nach. Obwohl erst 1937 fertiggestellt, wurde sie bereits 1291 – dem Geburtsjahr der Schweiz – das erste Mal erwähnt.












Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Zittau bekommen wir jedoch nicht zu Gesicht, da sie im Museum hängen. Es sind Fastentücher, auch Hungertücher genannt, die früher während der Fastenzeit den Altarraum vor den Kirchgängern verhüllten.
Skater im nahegelegenen Park
Während Dieter das Wohnmobil für die Weiterfahrt vorbereitet, unternimmt Monika noch einen kurzen Morgenspaziergang mit den beiden Jungs. Dabei gelangen sie auch zu einem Skaterpark, auf dem heute einige Kids ihre Kunststücke zeigen.











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