14. Januar 2022
Skulpturenpark in Bomarzo – auf den Spuren von Dali

Auf der Fahrt nach Vitorchiano fängt ein Schild am Strassenrand unseren Blick ein: Ein mysteriöses Steingesicht starrt uns entgegen, rätselhaft und faszinierend zugleich. Die Neugier siegt – wir setzen zurück und wollen mehr über dieses Steingesicht erfahren.
Eine kurze Internetrecherche enthüllt das Geheimnis: Es handelt sich um den legendären Skulpturenpark „Sacro Bosco“ in Bomarzo. Die weiteren Bilder, die wir online entdecken, sind so faszinierend, dass wir spontan einen Umweg einplanen.
Doch dann die Ernüchterung: Im Park herrscht striktes Hundeverbot – selbst in der Nebensaison wird keine Ausnahme gemacht. So erkundet Dieter alleine den mystischen Wald, während Monika später durch seine Bilder an der Entdeckungsreise teilnimmt.
Sacro Bosco
Der älteste Skulpturenpark der modernen Welt
Der „Heilige Wald“, aufgrund seiner skurrilen, in der Landschaft verstreuten Skulpturen auch als „Park der Monster“ bekannt, ist ein einzigartiges Kunstwerk der Renaissance. Mitte des 16. Jahrhunderts liess Francesco Orsini diesen aussergewöhnlichen Ort schaffen, wobei die Künstler die Felsen direkt vor Ort bearbeiteten – ein monumentales Unterfangen in einer Zeit ohne moderne Maschinen.
Später ging der Park in päpstlichen Besitz über, bevor er für Jahrhunderte in Vergessenheit geriet. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er wiederentdeckt und liebevoll restauriert. Selbst der grosse Surrealist Salvador Dalí soll sich von diesen bizarren Steinfiguren inspiriert haben lassen (siehe dazu das Video links).
Im Park
Kaum betritt man den Park, empfangen bereits die ersten Gestalten die Besucher – Wesen von ganz unterschiedlicher Natur. Mal lieblich und anmutig, dann wieder mystisch und rätselhaft, manchmal sogar bedrohlich und furchteinflössend. Doch eines haben sie alle gemeinsam: ihre gigantischen Ausmasse, die den Menschen klein und ehrfürchtig erscheinen lassen.


















Der Park selbst ist kunstvoll angelegt, seine Wege schlängeln sich sanft durch die bewaldete Landschaft. Hinter jeder Kurve warten neue Überraschungen: skurrile Kreaturen, die der Fantasie entsprungen scheinen, eigenartige Wesen, die zwischen Realität und Traum schweben. Manche Skulpturen erzählen mythologische Geschichten, andere bleiben rätselhaft und überlassen ihre Deutung ganz der Vorstellungskraft des Betrachters.


















Ein Spaziergang bei der auch die Fantasie spazieren geht
Der Sacro Bosco ist mehr als nur ein Skulpturenpark – er ist eine Reise in die Welt der Fantasie, ein Ort, wo Stein lebendig wird und Kunst und Natur sich zu einem Gesamtkunstwerk vereint, das auch nach 500 Jahren nichts von seiner magischen Ausstrahlung verloren hat.
© Womocanis.ch
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