3. und 4. Juli 2023
Heute bummeln wir durch die Altstadt von Wismar, besuchen ihre bekannten Kirchen und lassen uns beim „Alten Schweden“ kulinarisch verwöhnen.
Die Grube
Die Grube, bzw. der Mühlenbach, wie er offiziell heisst, erhält sein Wasser vom Mühlenteich. Dieser im Osten von Wismar gelegene Teich ist ca. 48 ha gross und dient zur Forellenzucht. Sein Wasser fliesst durch die Altstadt von Wismar und mündet beim Alten Hafen in die Wismarbucht. Der Mühlenbach ist der letzte erhaltene und künstlich angelegte mittelalterliche Wasserlauf in einer norddeutschen Altstadt.
Bereits im 13. Jahrhundert wurde sein Wasser zum Betrieb der Mühlen aufgestaut und der Bach schiffbar gemacht. So konnten die Lastkähne Getreide, Salz und Heringe auf dem Wasser in die Stadt transportieren.
Das Wasser der Grube erfüllte aber noch andere Zwecke: So wurde es mittels hölzerner Röhren zu den Schöpfstellen innerhalb der Stadt geleitet, bei Stadtbränden wurde das Wasser gestaut, um es zum Löschen der Brände zu verwenden, und auf den Brücken wurde die Wäsche sauber gewaschen.
Seinen Beinamen „Frische Grube“ erhielt der Bach übrigens, um ihn gegenüber der „Salzen Grube“ abzugrenzen. Diese führte einst Meerwasser vom Hafen zum Hopfenmarkt, existiert heute aber nicht mehr.
Der Mühlenbach selbst ist noch einmal in drei Abschnitte unterteilt: die „Mühlengrube“, die „Frische Grube“ sowie die „Runde Grube“. Diese Abschnitte gaben den entlang führenden Strassen auch ihre Namen.







Die Runde Grube
Die „Runde Grube“ fliesst unter dem Tonnengewölbe hindurch in die Ostsee. Diesen Namen hat das Gewölbe seinen beiden Rundbögen zu verdanken.
Das seit dem 17. Jahrhundert in der heutigen Form bestehende Haus besass ursprünglich zwei eiserne Tore, mit denen das Wasser gestaut und zu Löschzwecken genutzt werden konnte. Ursprünglich war es auch Teil der Stadtmauer und diente im 18. Jahrhundert dann auch zur Prüfung des Weins, welcher in die Stadt geliefert wurde. Heute beherbergt es Ferienzimmer.




Eine moderne Steinschleuder?
Oder was hat es mit dem merkwürdigen Teil in der Grube auf sich? Wir erfahren es im Internet: Mit diesem werden die aufsteigenden Aale gezählt.


Die Schweinsbrücke
Die vom Bildhauer Christian Wetzel 1989 geschaffenen Skulpturen erinnern an die Schweine, welche einst vom Poeler Tor in die Stadt und zum Markt getrieben wurden.





Schöne Dekorationen in der Stadt

Nach dem zweiten Corona-Lockdown sollte die Wiedereröffnung der Geschäfte nicht still und leise erfolgen, sondern für alle sichtbar werden. So entstand die Idee der kunstvollen Schriftzüge auf den Schaufenstern.
Inzwischen hat Frau Federzauber aka Birgit Gleichmann bereits über 70 dieser wunderschönen Sprüche auf die Schaufensterscheiben gezaubert.
Fotografieren bedeutet den Kopf, das Auge und das Herz auf dieselbe Visierlinie zu bringen.
Es ist eine Art zu leben. #wismarpoesie














Am Markt – ab hier Bilder ändern
Alle Strassen führen nach Rom bzw. zum Mittelpunkt Wismars. Der Marktplatz Wismars ist nicht organisch gewachsen, sondern wurde auf dem Reissbrett geplant wurde. Deshalb gelangt man auch aus zigfachen Richtungen auf den fast quadratischen Platz.
Aber nicht nur dies macht ihn zu etwas Besonderem: Mit seinen fast 10.000 m² ist er auch der grösste Marktplatz Norddeutschlands. Dazu kommen all die wunderschönen Gebäude, die ihn umrahmen, unter anderem das Rathaus an der Nordseite und der „Alte Schwede“ an seiner Ostseite.






Wismarer Wasserkunst
Unübersehbar ist auch die pavillonähnliche, freistehende Wismarer Wasserkunst, ein weiteres Wahrzeichen Wismars. Bis 1897 wurde sie zur Trinkwasserversorgung der Stadt genutzt. Davon zeugen heute nur noch die teils deutschen, teils lateinischen Inschriften. Bei unserem ersten Besuch am Sonntag können wir die Wasserkunst zum Glück noch in ihrer vollen Pracht bewundern und auch mit Lenny und Shadow noch ein kleines Shooting veranstalten.









Alter Schwede
Am nächsten Tag wird die Sicht auf den Brunnen durch unzählige Stände versperrt, die uns jedoch nicht locken. Deshalb lassen wir den Markt heute links liegen und besuchen wie geplant das Restaurant im „Alten Schweden“, einem der ältesten Bürgerhäuser Wismars. Erbaut im 14. Jahrhundert, befanden sich im Erdgeschoss die Geschäfts- und Wohnräume und darüber der Speicherboden.



Auch wenn der Begriff „Alter Schwede“ an die alten schwedischen Soldaten erinnert, die unter Friedrich Wilhelm seine Soldaten trimmen sollten, ist dies nicht der Grund für den Namen dieses Gebäudes. Diesen erhielt es nämlich erst im 19. Jahrhundert, als eine Gastwirtschaft unter diesem Namen in das Gebäude einzog.
Im Restaurant
Als Erstes springt uns die enorme Höhe des Raumes ins Auge. Dann aber nehmen uns all die vielen kleinen Details gefangen, mit denen das Restaurant liebevoll dekoriert ist.
Aber nicht nur das hat uns begeistert, sondern auch das Essen und die Freundlichkeit der Kellnerin. Kaum sieht sie unsere Hunde, schaut sie sich nach einem idealen Platz für uns um und zieht extra noch den schweren Tisch von der Wand, damit sie auch bequem liegen können. Und zum Schluss verpackt sie auch die übrig gebliebenen Kartoffeln liebevoll als Doggy bag ❤️






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