Lugnano in Teverina *

10. bis 12. Januar 2022

Hoch über dem Tibertal

Unser nächstes Ziel ist Lugnano in Teverina, das auf einem felsigen Hügel in den Amerini-Bergen thront. Unterwegs füllen wir noch kurz unsere Vorräte auf, wobei wie immer einer von uns mit den Hunden im Wohnmobil bleibt, denn allzu schnell hat sonst jemand Freude an dessen Inhalt.

Dieter hat auch diesmal wieder einen wunderschönen Stellplatz vor den Toren der Stadt gefunden, mit einem weitläufigen Park gleich nebenan und einem weiten Blick ins Tal.

Morgenerwachen

Shadow geniesst seinen Aussichtsposten hoch oben im Alkoven

Morgenspaziergang

Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Bäume dringen, nutzen wir den weitläufigen Park für eine entspannte Morgenrunde, bei der Monika die Gelegenheit für eine kleine Trainingseinheit nutzt, bei der Jason und Shadow wie immer freudig dabei sind.

Lugnanos Geschichte reicht bis zu den Römern zurück

Am nächsten Tag machen wir uns auf, das Städtchen zu erkunden, das zu den hundert schönsten Dörfern Italiens zählen soll. Seine Geschichte reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück, als die Bewohner des im Tal gelegenen römischen Ortes Luchiano auf diesen Felsvorsprung flohen, ob vor barbarischen Invasoren oder vor der grassierenden Malaria, ist bis heute nicht eindeutig belegt. Was jedoch feststeht: Viele kehrten nie mehr in ihre alte Heimat zurück.

Zwischen schmalen Gassen und weiten Ausblicken

Durch verwinkelte Gässchen schlendern wir hinauf zur Piazza della Rocca auf dem höchsten Punkt Lugnanos, wo ein Kriegerdenkmal an beide Weltkriege erinnert und der Palazzo Vanicelli von einer wechselvollen Geschichte erzählt. Bis ins 18. Jahrhundert diente er als Residenz des Gouverneurs des Apostolischen Stuhls, bevor er als Kornspeicher, Mühle und sogar zur Seidenraupenzucht genutzt wurde, ehe er zeitweise verfiel und nach einer umfassenden Renovierung heute das Rathaus von Lugnano beherbergt.

Von hier oben schweift der Blick weit über das Tibertal, und auf dem Weg zurück durch die kleinen Gässchen gibt es immer wieder überraschende Ausblicke in die Ferne.

Stiftskirche Santa Maria Assunta

Mitten im Städtchen erhebt sich auf der Piazza S. Maria die romanische Hauptkirche Santa Maria Assunta, deren Adler auf dem Kirchengiebel noch heute verkündet, dass dieses Gotteshaus der Jungfrau Maria geweiht ist. Schade nur, dass der einstige Versammlungsort auf der Piazza heute als profaner Parkplatz dient.

Klösterliche Entdeckung

Während Monika die kunstvollen Details der Häuserfassaden mit der Kamera einfängt, stösst Dieter auf das ehemalige Kloster Monastero della SS. Annunziata, dessen Geschichte so verwoben ist wie die Gässchen des Städtchens selbst.

Dieses 1573 durch den Franziskanerorden gegründete Kloster, soll zwischenzeitlich auch Benediktinerinnen als Ordensort gedient haben. Dafür gibt es aber nur Anhaltspunkte wie das wundertätiges Alabaster-Kruzifix, welches ein Kardinal den Nonnen auf seinem Sterbebett vermachte. Ursprünglich brachte es jedoch eine Franziskanerpartner im 16. Jahrhundert aus Palästina mit. Heute hängt es in der Stiftskirche von Lugnano und spielt eine zentrale Rolle bei lokalen Prozessionen und religiösen Festen, bei denen die Gemeinschaft Schutz und Segen erbittet. Das Kloster selbst ist heute ein Gästehaus und Ort der Einkehr für Pilger und Gruppen.


Durch weitere Gässchen finden wir den Weg zurück zum Wohnmobil, wo Jason, und Shadow nach dem langen Stadtbummel als wohlverdienten Ausgleich noch ein wenig auf Kekssuche gehen dürfen.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog

Text in grüner Schrift: 'Monika, Dieter & Vierpfötler'

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