Carsulae – Antike und Moderne *

7. bis 10. Januar 2022

Die Dämmerung bricht bereits herein, als wir uns der römischen Ausgrabungsstätte von Carsulae nähern.

Doch gleich am Eingang stellt sich uns ein Hindernis in den Weg, eine tiefe Pfütze versperrt den Zugang zu den Stellplätzen. Wir trauen uns nicht durchzufahren, zu gross ist das Risiko, dass wir hinten aufsetzen. Dieter lässt sich davon jedoch nicht aufhalten: kurzerhand wendet er das Wohnmobil und nimmt Auffahrt rückwärts. Ein unkonventioneller, aber perfekt funktionierender Lösungsansatz. Wenige Minuten später stehen wir auf unserem Platz und können uns häuslich einrichten.

Römischer Glanz und Verfall

Gleich neben unserem Stellplatz erstreckte sich einst das alte römische Carsulae – eine pulsierende Handelsmetropole, die ihren Reichtum der berühmten Via Flaminia verdankte. Diese Lebensader des Römischen Reiches, zwischen 220 und 219 v. Chr. erbaut, verband Rom mit dem fernen Ariminium, dem heutigen Rimini. Kaufleute, Soldaten und Reisende strömten hier zusammen und brachten Reichtum und Wachstum.

Doch was einst blühte, verfiel: Im 4. Jahrhundert verlagerte sich der Verkehr auf den östlicheren Teil der Via Flaminia. Carsulae verlor seine Bedeutung, und im 6. Jahrhundert besiegelte vermutlich ein verheerendes Erdbeben das Schicksal der Stadt endgültig.

Hunde, Wächter und Gewehrschüsse

Wir entscheiden uns gegen die Antike Stätte und für einen Spaziergang mit Jason und Shadow. Schliesslich haben wir mit Augusta Raurica selbst eine grossartige römische Stätte direkt vor der Haustür.

Am Museumseingang beschleunigt sich unser Puls kurzfristig als plötzliche mehrere Herdenschutzhunde auftauchen und unsere Vierbeiner misstrauisch beäugen. Glücklicherweise reagiert ihr Besitzer schnell und ruft seine Wachmannschaft zurück.

Die Jagdsaison ist eröffnet

Und wieder einmal geniessen wir die Ruhe in einer wunderschönen und fast menschenleeren Landschaft.

Doch je näher wir dem Wald kommen, desto häufiger hören wir laute Gewehrschüsse, die Jäger sind unterwegs. Und weil wir aus Erzählungen wissen, ist das in Italien nicht ganz ungefährlich. Deshalb beschliessen wir, lieber umzukehren und uns noch einmal den Herdenschützern zu stellen. Aber diesmal haben wir Glück: Die Herdenschutzhunde sind anderweitig beschäftigt, und wir passieren ohne vierbeinige Eskorte.

Am Abend wird es spürbar kälter, und zu unserer Freude beginnt es zu schneien. Die weissen Flocken verwandeln die antike Landschaft in eine märchenhafte Szenerie – auch wenn der Schnee bis zum Morgen wieder verschwunden ist.

Gegen Abend kühlt es merklich ab und zu unserer Freude beginnt es auch zu schneien. Leider hält der Schnee der italienischen Sonne nicht lange Stand. Aber immerhin haben wir etwas Weiss gehabt. 

Da es hier ausser der Ausgrabungsstätte nichts mehr zu sehen gibt und auch keine weiteren Spazier- oder Wanderwege locken, geht unsere Reise nach drei Übernachtungen weiter.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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