28. bis 30. November 2021
Als wir am Morgen aufwachen, hüllt dichter Nebel die Welt ein, und ein zarter weisser Schleier liegt auf der Wiese. Kein Wunder, dass wir nicht traurig sind, dass heute unsere Reise weitergeht.
Wie schon gewohnt, schlängeln wir uns durch unzählige Tunnels. Doch als wir das letzte verlassen, freuen wir uns: Die Sonne lacht uns entgegen! Dieses strahlende Willkommen begleitet uns sogar bis zu unserem Zielort Sirmione am Gardasee. Und zum ersten Mal auf unserer Reise mutet die Vegetation wirklich südlich an und wir entdecken Palmen und Zypressen.









Die Stellplatz-Odyssee: Dreimal abgewiesen aber wir geben nicht auf

Am ersten Stellplatz werden wir jedoch gleich weggewiesen: Dies sei kein Stellplatz! Obwohl er offiziell als solcher ausgeschrieben und beschildert ist. Die Platzwartin verweist uns freundlich zu einem anderen Platz.
Zweite Enttäuschung
Dort angekommen, merken wir schnell: Auch hier ist das Übernachten verboten. Die Hoffnung bröckelt langsam, hier noch was zu finden.
Dritte Enttäuschung
Da ja bekanntlich aller guten (oder schlechten?) Dinge drei sind, überrascht es uns nicht wirklich, als wir beim nächsten ausgeschilderten Stellplatz vor einer heruntergelassenen Barriere stehen. Ein Schild verkündet unerbittlich: „Geschlossen bis zum nächsten Jahr.“
Das glückliche Ende
Ein Blick in den PC verrät uns jedoch: Nicht weit entfernt soll noch ein Stellplatz sein. Und tatsächlich – zehn Minuten später sehen wir ihn ausgeschildert. Diesmal haben wir sogar die Qual der Wahl, wo wir uns hinstellen wollen. Glück gehabt!
Peschiera del Garda – Eine Reise durch die Jahrhunderte
Wir können uns wahrlich nicht beklagen über unseren schliesslich gefundenen Platz! Denn am nächsten Tag führt uns unser Spaziergang zum wunderschönen Hafenstädtchen Peschiera del Garda mit der ehemaligen Festung San Marco, einem UNESCO-Weltkulturerbe.









Magnolien sind ja auch bei uns nicht unbekannt. Aber hier tragen sie auch noch Früchte.




Festung San Marco – Venezianische Macht in Stein
Mit ihren insgesamt 2,25 Kilometern Mauerlänge war die sternförmige, von Wasser umschlossene Festung von Peschiera die grösste Militäranlage am gesamten Gardasee. Eine Superlative, die noch heute beeindruckt!
Bereits die Römer erkannten die strategische Brillanz dieser Lage. Doch zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert perfektionierte die Republik Venedig das System zur Verteidigung ihrer Land- und Seegebiete.
Um die Verteidigungslage noch effektiver zu gestalten, veränderten die Venezianer kurzerhand den ursprünglichen Flusslauf des Mincio, dank dem nun neu drei Arme die Festung umschlossen. Gleichzeitig entstanden an den fünf Ecken der mittelalterlichen Mauern die mächtigen Bastionen Contarana, San Marco, Guerien, Tognon und Feltrin sowie die beiden Stadttore: Porta Verona und Porta Brescia.
Die Porta Verona
Durch die imposante Porta Verona aus dem 16. Jahrhundert betreten wir das Innere von Peschiera del Garda. Das Bild über dem Portal zeigt den stolzen Löwen von San Marco, und die lateinische Inschrift liest sich wie eine steinerne Warnung:
„DISCE HAEC MONEAT PRAECELSA LEONIS IMAGO NE STIMULES VENETI CEV LEO IN HOSTE VIGENT“
Übersetzt: „Möge dieses mächtige Bild dich davon abhalten, die Venezianer zu provozieren, so wie der mächtige Löwe seine Feinde.“
Eine Botschaft, die auch nach Jahrhunderten nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren hat.




Caserma d’Artiglieria di Porta Verona
Unmittelbar nach der Porta Verona führt uns der Weg links in den Innenhof der Bastion San Marco (1553) mit der ehemaligen Artilleriekaserne (1854-1857). Heute sind in ihr die öffentliche Bibliothek und das historische Archiv der Stadt untergebracht.















Die Porta Brescia
Durch die Porta Brescia verlassen wir das Städtchen wieder. Im Gegensatz zur prächtigen Porta Verona kommt dieses Tor bescheiden daher – doch seine trutzige Bauart zeugt noch heute eindrucksvoll davon, dass hier einst der Zugang zu einer Festung war.









Spaziergang durch den alten Stadtteil von Preschiera del Garda
Wir geniessen unseren Rundgang durch die fast menschenleere Stadt und sind dankbar, nicht in der Hochsaison hier zu sein. Die Grösse der Parkplätze und die schiere Anzahl der Restaurants verraten uns deutlich: Hier muss zur Hauptzeit ziemlich viel los sein!










Der einzige Wermutstropfen: trotz der vielen Restaurants finden wir kein einziges geöffnetes und so müssen wir immer noch auf die erste italienische Pizza warten.
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