Monzambano & Castellaro Lagusello *

30. November bis 2. Dezember 2021

Der Plan war gut

Monika schnappt sich die Hunde für einen gemütlichen Spaziergang dem See entlang, während Dieter das Wohnmobil startklar macht und sie dann beim zwei Kilometer entfernten Einkaufszentrum trifft. Aber einmal mehr kommt es anders als gedacht.

Dabei fängt alles so gut an!

Schon bald erreichen sie einen kleinen Strand, und Jason und Shadow geniessen ihren Freilauf in vollen Zügen. Doch dann taucht ein Schild auf: Ab hier Hundeverbot. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als zurück zu den Häusern und hinauf zur Schnellstrasse zu gehen. Nach anderthalb Kilometern Fussmarsch stehen sie sage und schreibe gerade mal 300 Meter vom Startpunkt entfernt.

Der Rest des Weges führt nun die Strasse entlang. Immerhin gibt es ein schön breites Trottoir und Tannenzapfen für Shadow. Jason hingegen findet es ziemlich öde und zottelt lustlos an der Leine mit. Auch Monika hat langsam die Nase voll, denn laut dem nächsten Schild zum Einkaufszentrum sind es nun plötzlich 3 Kilometer statt der ursprünglichen zwei. Und trotz mehrerer Versuche erreicht sie Dieter telefonisch nicht.

Monzambano – Olivenbäume und Gänseidylle

Monzambano empfängt uns malerisch auf seinem Moränenhügel, umrahmt von uralten Olivenbäumen und Zypressen. Der Stellplatz unterhalb des Städtchens bietet Platz für 130 Wohnmobile. Doch jetzt in der Nebensaison gehört er uns allein. Nur Gänse und Enten leisten uns Gesellschaft, was Jason mit erstaunlicher Gelassenheit hinnimmt. Vor ein paar Jahren hätte das noch ganz anders ausgesehen! Shadow findet sie lediglich etwas gruselig.

Der Platz selbst liegt wunderschön ruhig und ist bereits weihnachtlich geschmückt.

Das Städtchen Monzambano

Am nächsten Tag spazieren wir hoch zum Städtchen und zur „Chiesa San Michele Arcangelo“. Leider sind ihre Tore verschlossen, deshalb halten wir uns hier nicht lange auf. Ausserdem sollen die beiden Jungs nach zwei Tagen Sightseeing endlich wieder frei laufen dürfen – und wo geht das besser als am Fluss Mincio. Dieser in in Peschiera dem Gardasee entspringend und nach 75 Kilometern in den Po mündent, wird uns noch etwas begleiten.

Am Kanal Pozzolo-Maglio

Bevor wir jedoch auf den Mincio treffen, führt uns der Weg zunächst entlang eines künstlich angelegten Kanals. Wir halten ihn zuerst für einen Bootskanal. Dann aber entdecken wir die niedrigen Brücken, und da kommt kein Boot durch. Das Internet klärt uns auf: Es handelt sich um einen Bewässerungskanal für die Felder, weshalb das fruchtbare Land auch den Namen „Parco regionale del Mincio“ trägt.

Castellaro Lagusello – die Festung am kleinen See

Auf unserer Weiterfahrt besuchen wir auch das Dorf „Castellaro Lagusello“ im Hinterland. Das Dorf, dessen Burg aus dem 12./13. Jahrhundert imposant über einem herzförmigen See thront, gehört zum „Club der schönsten Dörfer Italiens“.

Das historische Zentrum liegt gut geschützt innerhalb einer mit Zinnen versehenen Mauer, die teilweise mit Wehrgängen und mehreren Türmen ausgestattet ist. So gelangt man in den Ort ausschliesslich über die alte Zugbrücke beim Hauptturm, der später mit einer Uhr versehen wurde. Dadurch konnten die Soldaten den Zugang leicht verteidigen, während am Ende des Städtchens der Burgherr residierte, darunter auch Napoleon I. und Napoleon III.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus von Bari

Unweit des Turms treffen wir auf die grösste Kirche des Ortes, die im 18. Jahrhundert auf dem Fundament der früheren Kirche aus dem Jahr 1145 errichtet wurde. Leider bleiben uns heute sowohl die dem Heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche als auch der Uhrturm verschlossen. So bekommen wir auch weder die die wertvolle Holzstatue der Jungfrau Maria aus dem 15. Jahrhundert noch das Gemälde des Kreuzwegs zu sehen.

Die Burg und die Villa Arrighi

Auch mit dem Garten der Villa Arrighi haben wir kein Glück, da er heute nicht öffentlich zugänglich ist. Vom wunderschön angelegten Garten und vom herzförmigen See unterhalb der Burg bekommen wir so nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen.

Doch die schönen alten Steinhäuser und die mit Flusssteinen gepflasterten Strassen im Inneren der alten Stadtmauer trösten uns darüber hinweg, dass uns heute so vieles verschlossen bleibt.

Und schon geht unsere Reise weiter. Wer aber noch etwas mehr von diesem wunderschönen Ort sehen möchte, empfehle ich diesen tollen Beitrag von Elena Proksch.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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