18. bis 19. Dezember 2021
Im Internet hat Monika ein altes Fischerdorf namens Castiglione della Pescaia entdeckt und gelesen, dass in dessen malerischen Hafenkanal noch heute jeden Abend die Fischerboote anlegen, um ihren Fang auf dem Markt zu verkaufen. Das wollen wir uns unbedingt anschauen.
Leider erfahren wir vor Ort: Auch ein Fischmarkt macht mal Winterpause! Dafür werden wir durch einen ganz zauberhaften Ort entschädigt. Und auf dem Stellplatz haben wir die Qual der Wahl, wo wir uns hinstellen wollen. Der Platz ist riesig gross und vor allem völlig leer. Erst später gesellt sich noch ein Wohnmobil dazu.


Spaziergang entlang der Bruna
Der Platz liegt ausserdem in idealer Laufdistanz zum Ort. So können die Hunde noch einen schönen Freilauf entlang der Bruna geniessen, bevor wir ins Städtchen eintauchen.








Yachthafen statt Sumpfgebiet
Wo wir heute an tollen Yachten und kleinen Fischerbooten vorbeikommen, gab es bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur ein riesiges Sumpfgebiet. Und auch den schönen Sandstrand gab es damals noch nicht.
Ursprünglich stand hier nämlich nur ein einfacher Wachturm, den die Pisaner im 10. Jahrhundert erbauten – weshalb er auch „Torre Pisana“ genannt wird. Später folgten zwei weitere Türme und die Ringmauer. Der berühmte Glockenturm entstand erst im 20. Jahrhundert.
Der Torre Pisana mit dem grossen Gartengrundstück ist heute in Privatbesitz und für Besucher nicht zugänglich. Das stört uns nicht, denn der Rest innerhalb der Stadtmauern bietet viele wunderschöne Ecken und Ausblicke auf Meer und das ehemalige Sumpfgebiet.








Wir tauchen ins Städtchen ein




Eine schöne Überraschung
Noch bevor wir herausfinden, durch welche Gasse wir zur Burg gelangen, klingt vom Hafen Weihnachtsmusik zu uns herauf.
Neugierig folgen wir der Musik und gelangen mitten in eine Christmas Parade.
Nussknacker, bunte Figuren und Babbo Natale flanieren an uns vorbei. Statt Rentieren zieht jedoch ein Traktor den Weihnachtsmann durch die Gassen von Castiglone della Pescaia.
Wir folgen der Parade, die uns zum Weihnachtsdorf „Lilli-Garten“ führt. Dort schlendern wir an den Ständen entlang, die mit Honig und Lavendel aus der Region locken. Leider ist die Lavendel-Verkäuferin so in ein Gespräch vertieft, dass wir aufgrund unserer mageren Italienischkenntnisse ohne Einkauf weitergehen.









Wie wir später erfahren, haben wir heute eine Premiere miterlebt: Es ist die allererste Parade in Castiglone della Pescaia.
Schöne Details auf dem Weg zur Burg
Aber nun gehen wir endlich hoch zur Rocca! Dabei entdecken wir Weihnachtsbäume, die mit selbst gemalten Kugeln aus Papier geschmückt sind. Die meisten tragen die Weihnachtswünsche der Künstler auf der Rückseite – eine bezaubernde Idee.








Auf der Burg
Bereits zur Römerzeit stand hier eine Befestigungsanlage. Die heutige Burg mit ihren fünf Wehrtürmen entstand im 14. Jahrhundert. Zu der Zeit wurde auch die Mauer auf 750 Meter Länge und 11 bis 17 Meter Höhe erweitert. Die Burg selbst ist jedoch deutlich älter, wurde jedoch m Laufe der Zeit mehrmals zerstört.








Kirche S. Giovanni Battista
Genauso spannend ist die Geschichte der Kirche S. Giovanni Battista aus dem 16. Jahrhundert, die direkt an der Stadtmauer liegt. Diese entstand aus einem ursprünglich für militärische Zwecke genutzten Gebäude, das im Mittelalter zur Lagerung von Waffen und Geschützen diente.







Innerhalb der Stadtmauern befindet sich eine weitere Kirche, die Chiesa di Santa Maria del Giglio.


Auf dem Heimweg








Wunderschöne Ausblicke





Durch die Gassen zurück zum Hafen








Abendstimmung auf dem Heimweg
Danach geht’s zu Fuss zurück mit dem Wohnmobil. Und die Jungs dürfen noch einmal Freilauf geniessen, nachdem sie im Städtchen so lange an der Leine laufen mussten.













Das rote Haus und seine Geschichte

Das rote Haus, das man von hier oben links im Bild sieht, ist die „Casa Rossa Ximenes“.
1768 gebaut, war sie als das wichtigste Element für die Trockenlegung des Sumpfes von Castiglione della Pescaia gedacht. Ihr Erbauer Ximenes, Ingenieur und Jesuit, war der Ansicht, dass die Trennung von salzigem Brackwasser und Süsswasser Miasmen verhindern würde.
Diese bezichtigte man damals, für die Malaria verantwortlich zu sein – womit er nicht ganz unrecht hatte (den letzten bekannten Fall gab es hier 1997).
Aber wie schon bei den Etruskern scheiterten sämtliche Versuche, das Sumpfgebiet trockenzulegen. Die Trockenlegung gelang erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute ist die Casa Rossa Sitz des Museo Multimediale della Casa Rossa Ximenes, wo Besucher Fauna und Flora kennenlernen können.
© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog
