Spoleto und ein nicht ganz gewöhnliches Transportmittel

5. bis 7. Januar 2025

Obwohl man es ihr nicht ansieht, gehört Spoleto flächenmässig zu den grössten Gemeinden Umbriens. Die Stadt liegt auf dem Hügel von Sant’Elia, zu Füssen des heiligen und immergrünen Waldes „Monteluce“, in dem das Holz geschützt ist und nur bei speziellen Anlässen gefällt werden darf.

So schön die Landschaft ist, so unansehnlich zeigt sich der von uns angefahrene Stellplatz: ein schmaler Parkplatz mit ordentlich Baulärm. Zum Glück befindet sich ganz in der Nähe ein weiterer Stellplatz, den wir wegen seiner Lage unterhalb einer Strassenbrücke eigentlich ausgeschlossen hatten. Zu unserer Überraschung ist der Platz viel besser als gedacht – so weit unter der Brücke hört man praktisch nichts vom Verkehr.

Leider sind fast alle Wohnmobilplätze durch italienische Reisemobile besetzt. Zum Glück fährt gerade eines weg und wir bekommen einen schönen Platz am Rande.

Wir rollen hoch 

Am nächsten Tag gibt sich Dieter ganz geheimnisvoll, will aber Monika keinen Tipp geben. Doch nach ein paar Metern entdeckt sie selbst, was es hier Besonderes gibt: eine Rolltreppe, welche die Besucher die 100 Höhenmeter zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Berg bequem überwinden lässt.

Was für eine praktische Möglichkeit, entspannt hochzukommen! Leider haben wir die Rechnung ohne Shadow gemacht. Der findet die Rolltreppe gar nicht prickelnd. Nach der zweiten Etappe geht es deshalb zu Fuss weiter. Und so kommen wir am Ende doch ziemlich ausser Atem oben an.

Ein mitteralterliches Bauwerk, das sich römisch gibt

Nach kurzem Fussweg stehen wir bei der imposanten Ponte delle Torri. Ein fast 80 Meter hohes und über 200 Meter langes Aquädukt, das gleichzeitig die päpstliche Burganlage „Rocca“ mit dem heiligen Wald verbindet. Dieses stammt aber nicht, wie man vermuten könnte, aus der Römerzeit, sondern wurde im Mittelalter deren Baukunst nachempfunden.

Nicht minder eindrucksvoll ist auch die päpstliche Rocca di Albornoz (Burg), die sich hoch über der Stadt erhebt. Leider können wir weder die Brücke noch den Dom oder die Burganlage besichtigen. Alles wird aktuell renoviert und ist deshalb nicht für Besucher zugänglich.

Auf dem Rückweg durch’s Städtchen

Abwärts geht es leichter. Deshalb gehen wir diesmal nicht in den „Untergrund“, sondern geniessen das Schlendern durch die Strassen von Spoleto.

Unterwegs entdecken wir eine Liftanlage, die zu keinem Haus zu gehören scheint. Wir fragen uns, ob der Lift vielleicht bis an den Fuss des Berges führt, den nach oben geht nichts. Das werden wir heute aber nicht mehr herausfinden. Denn nun lassen wir uns weiter vom Städtchen mit seinen Strassen, Plätzen und verwinkelten Gässchen in den Bann ziehen.

Bei der Blütenpracht, der wir hier überall begegnen, müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass wir uns jahreszeitlich mitten im Winter befinden. So wundert es uns auch nicht, dass die Italiener meist dick eingemummelt sind, während wir nur mit Mantel und T-Shirt unterwegs sind.

En Guete

Etwas abseits der Hauptstrasse entdecken wir eine einladende Eingangstür. Beim Näherkommen sehen wir, dass sie zu einem Restaurant gehört. Hunger hätten wir ja – also nicht lange gezögert und eingetreten. Wir und auch die Hunde werden gleich herzlich willkommen geheissen. So geniessen wir das Beine-Ausstrecken bei einer leckeren Lasagne und bekommen am Ende sogar noch feine Aniskekse offeriert. Jason und Shadow verhalten sich vorbildlich und kommen auch einen Moment zur Ruhe.

Frisch gestärkt geht es danach mit dem Stadtbummel weiter.

Von Hunden, Friedhöfen und unserer Neugier

Am nächsten Tag führt uns der Spaziergang auf die gegenüberliegende Talseite. Dort geniessen wir nicht nur eine ganz andere Landschaft, wir haben auch eine grossartige Aussicht auf Spoleto auf der anderen Seite des Tals. Durch ein Tor können wir auch einen Blick auf die hier so typischen Friedhöfe werfen.

Aber weil wir immer noch neugierig sind, wohin der gestern entdeckte Lift wohl führen mag, geht es noch einmal zurück ins Städtchen.

Damit wir den Eingang zum Lift auch wieder finden, steigen wir diesmal zu Fuss den Berg hoch.

Ein Lift mit Überraschungen

Und tatsächlich, da ist er, der gesuchte Lift. Schnell eingestiegen und auf „0“ gedrückt. Voller Spannung warten wir, wo sich die Türen für uns wohl wieder öffnen werden.

Wir sind noch nicht lange gefahren, da hält der Lift auch schon wieder an. Und wir staunen nicht schlecht: Wir stehen nicht wie erwartet unten bei unserem Stellplatz, sondern in einem weiteren Gang, der einem Parking-Eingang ähnelt. Als wir an dessen Ende ankommen, liegt vor uns ein Tunnel, der mit seinen Rollbändern an ein Flughafen-Terminal erinnert – nur dass die Bänder hier abwärts führen. Den Hunden zuliebe verzichten wir auf die bequeme Transportmöglichkeit und gehen über den unbeweglichen Teil in der Mitte abwärts..

So ein Theater

Auf der nächsten Plattform entdecken wir Wegweiser, die nach aussen weisen. Wir beschliessen, diesen zu folgen und stehen wieder mitten in der Stadt. Auf unserem weiteren Weg kommen wir beim „Teatro Nuovo Gian Carlo Menotti“ vorbei, welches neben dem Theater auch einen Konzertsaal und ein Museum beherbergt, das die Theatergeschichte von Spoleto erzählt. Heute sind dessen Tore jedoch verschlossen. Von hier aus ist es dann auch nicht mehr weit zum Stellplatz, vorbei an den hoch über uns hinausragenden Häusern.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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