Bummel durch das antike Rom

15. bis 19. Januar 2022

Camping Village Flaminio

Es ist bereits Dunkel als wir beim Campingplatz ankommen und der Platz der uns an der Rezeption zugewiesen wurde, ist mit unserem Vogel trotz aller Varianten, die wir ausprobieren, nicht erreichbar. Kurz bevor wir uns entscheiden, uns einfach auf einen der freien Plätze zu stellen (wir sind die Einzigen hier 😀 ), kommt einer der Angestellten mit seinem Auto vorbei und erkennt unser Problem. Und so führt er uns einmal um den Platz und auf eine grössere Parzelle. Diese ist ideal für uns, denn genau gegenüber stehen die Waschmaschinen und so können wir bequem unsere Wäsche waschen. Tierparadies vor den Toren Roms.

Tierparadies vor den Toren des Campingplatzes

Am nächsten Tag erkunden wir den Weg, der vom Campingplatz am Restaurant vorbeiführt – vorne hinaus wäre nur die vielbefahrene Strasse. Schon nach kurzem Anstieg stehen wir auf einem kleinen Hügel, von wo aus wir in der Ferne die majestätische Kuppel des Petersdoms erkennen können.

Unser Spaziergang wird aber auch zu einer kleinen Safari: Zwei Pferde begegnen uns, eines begleitet uns sogar eine Weile. Freilaufende Ziegen schlagen sich bei unserem Anblick in die Büsche, und ein Fuchs huscht über den Weg. Ein kleines Paradies für Tiere, die sich von den dicht befahrenen Strassen unten nicht stören lassen.

Fahrt in die Ewige Stadt

Wir kennen Rom bereits von früheren Besuchen und freuen uns darauf, Altbekanntes neu zu entdecken und neue Wege zu erkunden.

Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt. Und als wir dann auch noch den Ticketautomaten verstehen, steht unserer Fahrt in die Heilige Stadt nichts mehr im Wege.

Spaziergang dem Tiber entlang

Unser erstes Ziel ist der Vatikanstaat, doch vorher wollen wir für Jason noch Heilerde kaufen. Bereits in der zweiten Apotheke merken wir jedoch, dass man diese in Italien nicht kennt. So geben wir unser Unterfangen auf und geniessen stattdessen den entspannten Spaziergang am Tiber entlang. Hier können Jason und Shadow noch etwas frei laufen und bekommen Gesellschaft von anderen Hunden.


Die Engelsburg – Mausoleum, Festung, Gefängnis

Die imposante  Engelsburg war einst das kaiserliche Mausoleum von Kaiser Hadrian. Heute beherbergt sie das Nationalmuseum, doch ihre Geschichte ist weitaus bewegter:

Im Mittelalter diente sie der Verteidigung der Stadt und wurde in die Stadtmauer eingefügt, was ihr das heutige Erscheinungsbild verlieh. Im 10. Jahrhundert konnten die Päpste bei Gefahr durch einen langen unterirdischen Gang vom Vatikan in die Sicherheit der Engelsburg flüchten. Später wurde sie zum Gefängnis umfunktioniert, in dem auch berühmte Persönlichkeiten einsassen. An das ursprüngliche Mausoleum und seinen Erbauer erinnert heute noch die Bronzeskulptur auf der Spitze mit Kaiser Hadrian als Lenker einer Kutsche.

Die Engelsbrücke, die von der Burg auf die andere Tiberseite führt, verband unter Kaiser Hadrian die Engelsburg mit dem Campus Martius (Marsfeld), wo Versammlungen stattfanden, Soldaten rekrutiert und Feldherren gewählt wurden. Den Namen „Engelsbrücke“ erhielt sie nicht etwa wegen der Engelstatuen – diese kamen erst viel später dazu –, sondern durch die Verbindung mit der Engelsburg.

Der kleinste Staat der Welt

Die Vatikanstadt, offiziell „Staat der Vatikanstadt“, ist der kleinste anerkannte Staat der Welt und liegt als eigenständige Enklave mitten in Rom. Die Amtssprache ist Latein, auch wenn Italienisch vorherrscht. Die Vatikanische Armee und Hauspolizei bildet die Schweizer Garde mit ihren farbenprächtigen Uniformen, die einst von Michelangelo entworfen wurden.

Da der Vatikanstaat nicht zur EU gehört, gelten hier die gleichen Zollregelungen wie für alle Drittländer ohne Sonderabkommen. Für einmal sind wir Corona dankbar – so ruhig und kaum besucht werden wir den Petersplatz vermutlich nie wieder erleben.

Versteckte Schätze in kleinen Gassen

Abseits der grossen Strassen und Touristenströme entdecken wir viele kleine Geschäfte und einladende Restaurants. Schade, dass wir diese erst am Abend finden – die draussen präsentierten Speisen sehen sehr verlockend aus. Doch Corona-bedingt hätten wir auch draussen essen müssen, und selbst in Rom ist es uns dazu an einem Januarabend zu kühl.

Das Pantheon – Meisterwerk der Baukunst

27 v. Chr. ursprünglich als einfacher Tempel erbaut, wurde das Pantheon nach der Zerstörung durch einen Blitzschlag 110 n. Chr. von Kaiser Hadrian in seiner heutigen Pracht neu errichtet. Es ist eines der grössten Bauwerke Roms: Seine riesige Kuppel, die in der Mitte geöffnet ist, hat einen Durchmesser von 43 Metern und eine Höhe von 23 Metern.

Die Öffnung selbst misst fast 9 Meter im Durchmesser, und das durch sie hereinfallende Regenwasser wird durch die spezielle Bauweise des Bodens abgeleitet. Im Innern befinden sich die Grabmäler zweier Kaiser, aber auch von Künstlern und das Herz eines Kardinals.

Da die Hunde wie bei allen Sehenswürdigkeiten natürlich nicht hinein dürfen, wechseln wir uns beim Besuch ab. Auch hier können wir nur staunen, wie schnell wir hineinkommen – anstehen müssen wir eigentlich nur, weil jedes Corona-Zertifikat geprüft wird. So können wir das Pantheon in voller Grösse und fast menschenleer bestaunen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Auf unserem Weg zurück zur Bahn kommen wir auch am Fontana di Trevi und an der Spanischen Treppe vorbei. Auch wenn wir diesmal keine Münze in den Brunnen werfen, kommen wir vielleicht dennoch ein weiteres Mal zurück nach Rom.

Tanz der Stare über den Strassen Roms

Bei Einbruch der Dämmerung zieht ein Vogelschwarm unsere Blicke auf sich. Wir sind fasziniert von dieser Harmonie und wie die Stare es ohne Zusammenstoss schaffen, dieses Ballett aufzuführen. Tausende kehren zurück von den Feldern zu ihrem Übernachtungsplatz in Rom – ein magisches Naturschauspiel über den antiken Strassen.

Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Bahn und damit zurück zu unserem Campingplatz – ein perfekter Abschluss eines unvergesslichen Tages in der Ewigen Stadt.

Es war ein toller Tag in Rom, Auch unsere Hunde haben ihn genossen und waren überall gern gesehen. 

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.