Von Planica nach Sappada – eine unerwartete Entdeckung

05.10.2026

Von Planica fahren wir gemütlich über die italienische Grenze und folgen dem Val Romana, bis wir bei Tarvisio auf die Autobahn treffen. Normalerweise würde ich die Schnellstrasse möglichst meiden. Da ich für die Rückreise nun aber längere Etappen einplanen muss, lässt sich das nicht immer vermeiden.

Bei Amaro verlassen wir sowohl die Autobahn als auch das Val Canale. Dem Tagliamento entlang geht es zunächst sanft, später dann immer steiler hinauf in die friaulischen Dolomiten. Unser Etappenziel Sappada ist schon bald erreicht, und ich freue mich darauf, die Umgebung vom Stellplatz aus zu erkunden.

Das erste Ziel ist schnell gefunden: der Laghetto Zieglhütte. Ein kleiner See, ein schöner Spaziergang und natürlich ein Cache.

Am nächsten Morgen bin ich zunächst etwas unschlüssig. Soll unsere Pipirunde einfach dem Fluss in der Talsohle folgen, oder soll ich der Verlockung weiterer Caches im besiedelten Gebiet nachgeben? Eigentlich müsste sich doch beides miteinander verbinden lassen.

Also machen wir uns zunächst auf den Weg zu den Caches – und dort wartet eine dicke Überraschung auf mich!

Von früheren Italienreisen kenne ich das Label I Borghi più belli d’Italia, mit dem besonders schöne und sehenswerte Dörfer ausgezeichnet werden. Ich bin gespannt, was mich hier erwartet. Dass ich ausgerechnet in einem Ort gelandet bin, der mich kulturell überraschen wird, hatte ich nicht auf dem Plan.

Sappada, auf Deutsch auch Plodn genannt, ist kein gewöhnliches Dorf mit einem kompakten Ortskern. Vielmehr zieht sich die Siedlung über rund fünf Kilometer durch das Tal und besteht aus 15 einzelnen Weilern, den sogenannten Borgate. Viele davon haben ihre eigene Kapelle und ihren eigenen Brunnen. Dazu kommt eine Besonderheit, die man hier mitten in Italien nicht unbedingt erwarten würde: Sappada ist eine deutsche Sprachinsel. Die Wurzeln der Siedlung reichen vermutlich bis ins Mittelalter zurück; die ersten Bewohner sollen aus dem Tiroler beziehungsweise Kärntner Raum gekommen sein. Bis heute lebt die besondere Sprach- und Bautradition weiter.

Und genau durch diese besondere Welt spazieren Shadow und ich nun. Links und rechts der schmalen Strasse stehen die schönen alten Häuser, viele davon in traditioneller Holzbauweise. Immer wieder gibt es etwas zu entdecken: ein liebevoll gestaltetes Gebäude, eine kleine Kapelle, einen Brunnen oder einfach einen neuen Blick auf das Dorf und die umliegenden Berge.

Irgendwann muss ich mich dann doch daran erinnern, dass heute auch schon wieder ein Reisetag ist. Also biege ich schliesslich hinunter zum Fluss Piave ab und trete den Rückweg an.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog

Der Text 'Monika, Dieter & Vierpfötler' in grüner, geschwungener Schrift auf weißem Hintergrund.

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