Zurück ins Planica-Tal – zwischen Lastwagen und Flugschanzen

05.10.2026

Unsere nächste Destination ist das Nordische Zentrum in Rateče Planica. Das Tal kenne ich bereits von einer früheren Reise, und ich freue mich darauf, wieder in diese wunderschöne Bergwelt einzutauchen. Doch bevor wir dort ankommen, wartet noch eine kleine Geduldsprobe auf uns.

Kurz vor der Ausfahrt auf der Autobahn E61 bei Hrušica treffe ich auf eine lange Lastwagenkolonne, die sich in Richtung Karawankentunnel aufgestaut hat. Da ich die genaue Situation nicht kenne, reihe ich mich brav hinten ein. Eine Weile lang scheint das auch die vernünftigste Entscheidung zu sein. Doch dann vergehen die Minuten – und wir bewegen uns keinen einzigen Meter weiter.

Irgendwann reicht es mir. Ich wechsle auf die Überholspur und versuche, rechtzeitig wieder auf die Ausfahrtspur einzuschwenken. Schliesslich wollen wir gar nicht durch den Karawankentunnel, sondern in Richtung Planica. Zum Glück gelingt das Manöver, und wir können unseren Weg fortsetzen.

In Kranjska Gora nutze ich die Gelegenheit, ein letztes Mal den vergleichsweise «günstigen» Diesel zu tanken. Wenige Kilometer vor der slowenisch-italienischen Grenze zweigt dann die Strasse links ab und führt hinauf zum Nordischen Zentrum Planica.

Und schon bald sind wir da. Unterhalb der gewaltigen Skisprungschanzen stehen Shadow und ich bereit für die erste Cache-Suche. Die mächtigen Konstruktionen schmiegen sich perfekt in die Bergkulisse und lassen einen schon beim blossen Anblick staunen. Für Shadow zählt allerdings vor allem, dass es wieder etwas zu erschnüffeln gibt. Und für mich beginnt der Aufenthalt mit dem, was auf unseren Reisen einfach dazugehört: erst einmal die erste Dose suchen!

Wir laufen die Auffahrtsstrecke wieder bis zum Abzweiger hinunter und geniessen die Ausblicke talauf- und talabwärts. Das Planica-Tal ist einfach wunderschön: ringsum die steilen Bergflanken, dazu die imposanten Schanzenanlagen, die sich eindrucksvoll in die Landschaft einfügen.

Acht Schanzen und eine japanische Trainingsgruppe

Am nächsten Morgen präsentieren sich die acht Schanzen erneut im schönsten Licht. Bevor wir weiterreisen, erkunden wir noch etwas die Umgebung. Dabei entdecken wir eine japanische Trainingsgruppe, die auch ohne Schnee auf der zweitgrössten Schanze trainiert. Das ist natürlich spannender als jede gewöhnliche Morgengymnastik – und wir bleiben neugierig stehen, um das Geschehen zu beobachten.

Die Schanze ist die Bloudkova velikanka, auch als Bloudek-Riesenschanze bekannt. Ihr kritischer Punkt liegt bei 125 Metern, die Hillsize bei 138 Metern. Der Schanzenrekord beträgt beeindruckende 147 Meter. Es ist faszinierend, den Athleten beim Training zuzusehen. Selbst ohne Schnee wirken die Sprünge spektakulär, und man bekommt einen Eindruck davon, wie viel Technik, Mut und Körperbeherrschung dahinterstecken.


Auch bei der kleinsten Schanze kommen wir vorbei. Hier liegen die Sprungweiten bei ungefähr 15 Metern. Vielleicht hätte ich mich in jungen Jahren mit ganz normalen Skiern tatsächlich einmal zu einem kleinen Hüpfer getraut.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog

Der Text 'Monika, Dieter & Vierpfötler' in grüner, geschwungener Schrift auf weißem Hintergrund.

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