22.09.2026
Die Routenführung nach Naturns, ins Herz des Naturparks Texelgruppe, ist diesmal keine Herausforderung für mein Navi. Runter ins Tal bis nach Schluderns und dann immer der Etsch entlang. So einfach kann Navigation also auch sein. 😉 Die geplante Wanderung auf dem Meraner Höhenweg im Naturpark Texelgruppe versprach eine anstrengende, aber lohnenswerte Angelegenheit zu werden. Aber dazu später mehr …
Der Stellplatz etwas ausserhalb von Naturns ist bei unserer Ankunft bereits gut gefüllt. Für mein grosses Gefährt bleiben tatsächlich nur noch zwei Plätze übrig – Glück gehabt! Der Platz liegt allerdings direkt neben der viel befahrenen SS38. Nachts hält sich der Verkehr zum Glück in Grenzen, aber tagsüber ist hier doch einiges los.


Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt uns ohnehin nicht. Kurz nach der Ankunft sind wir beide schon wieder unterwegs Richtung Plaus. Im ganzen Tal sind die Apfelplantagen prall gefüllt und überall sind fleissige Hände dabei, die Ernte einzubringen.



In Plaus wartet ein Lab-Cache, der mich auf dem Fröschlweg von Station zu Station führt. Und der Name ist Programm: Hier dreht sich alles um die faszinierende Welt der Frösche, Kröten und anderen Lurche. Wie weit kann ein Frosch springen? Wer quakt am lautesten? Welche Gefahren lauern auf die kleinen Amphibien? Und vor allem: Warum gibt es ausgerechnet hier so viele Hinweise auf Frösche?
Die Antwort liegt tief in der Geschichte des Ortes. Plaus wurde bereits im 12. Jahrhundert als „Palude“ bzw. „Palus“ erwähnt – abgeleitet vom lateinischen Begriff für Sumpf oder sumpfiges Gelände. Das Tal rund um den Ort war lange Zeit von Feuchtgebieten, Sümpfen und Auen geprägt. Noch um 1900 soll Plaus ein regelrechtes „stagnierendes Aquarium“ aus Sümpfen, Fröschen, Enten und Auen gewesen sein. Erst durch die zunehmende Entwässerung und Kultivierung wurde aus dem feuchten Gebiet das heutige Dorf- und Landwirtschaftsgebiet.
Zu Beginn des Lab-Caches kommen wir auch an der Pfarrkirche St. Ulrich vorbei. Der romanische Turm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert, während das heutige gotische Kirchenschiff aus einer späteren Zeit stammt.
Doch nicht die Kirche selbst sorgt bei mir für den nächsten Aha-Moment, sondern ihre Friedhofsmauer. Dort erwartet den Besucher ein ziemlich ungewöhnliches Kunstwerk: der Plauser Totentanz.
In insgesamt 18 Szenen zeigt der Vinschgauer Künstler Luis Stefan Stecher seit 2001 den Tod als ständigen Begleiter des menschlichen Lebens. Die Bilder sind dabei keineswegs nur düster und bedrückend. Sie greifen Menschen, Berufe, Bräuche und Eigenheiten des Vinschgaus auf und werden von Sprüchen im Vinschger Dialekt begleitet. Ein kleines „Vinschger Welttheater“, wie es die Pfarrei selbst nennt.




Natürlich wird auch hier die Kamera gezückt. Bei einigen Bildern muss man unweigerlich etwas länger stehen bleiben – morbide, teilweise humorvoll, manchmal nachdenklich machend und auf jeden Fall ungewöhnlich.




Und dann schliesst sich der Kreis wieder: Den Abschluss meiner kleinen Bilderserie bildet ein überdimensionaler Frosch aus Metall. 🐸

Vom sumpfigen Ursprung des Dorfes über Frösche und Kröten bis hin zum Totentanz und wieder zurück zum Frosch – Plaus hat auf wenigen Kilometern erstaunlich viel zu erzählen.
Ein schöner kleiner Ausflug, ein interessanter Lab-Cache und wieder einmal die Erkenntnis, dass man beim Geocachen ganz nebenbei einiges über die Geschichte eines Ortes lernen kann.
Und die eigentliche Herausforderung – der Meraner Höhenweg – wartet ja noch auf uns …

Leider müssen wir auf die geplante Wanderung auf dem Meraner Höhenweg verzichten. Der Weg liegt bekanntlich im Naturpark Texelgruppe und dort gilt Leinenpflicht. Grundsätzlich natürlich kein Problem – aber wenn ich mir vorstelle, die 1000-Stufen-Schlucht mit einem Hund an der Leine zu meistern, kommen mir dann doch gewisse Zweifel, ob das wirklich eine gute Idee ist. Shadow ist da voll meiner Meinung😄
Also wird kurzerhand umgeplant. Ganz ohne Wanderung wollen wir schliesslich auch nicht bleiben.
Die neue Route führt uns zunächst über Plaus zum Schloss Dornsberg und von dort auf dem Rittersteig hinunter nach Naturns. Nach einer kleinen Stärkung geht es auf der anderen Talseite wieder bergauf und über den Sonnenberg-Panoramaweg zurück zum Ausgangspunkt.












Und die Entscheidung erweist sich als durchaus gelungen. Die Wanderung bietet immer wieder schöne Ausblicke über das Vinschgau und auf die umliegende Bergwelt. Dazu kommen natürlich – wie könnte es anders sein – unterwegs einige Dosen, die gefunden werden wollen. So lässt sich Wandern und Geocaching doch hervorragend miteinander verbinden. 😉








Für Shadow ist eine solche Tour sowieso kaum zu übertreffen: neue Wege, jede Menge Gerüche, interessante Nachrichten von Artgenossen am Wegesrand und natürlich ausreichend Zeit, die Umgebung ausgiebig zu erkunden. Besondere Freude bieten ihm die herunter gefallen Äpfel – sie ähneln den Tennisbällen, die er zuhause jeweils auf der morgendlichen Pipi-Runde sammelt.
So wird aus dem ursprünglich geplanten Meraner Höhenweg zwar nichts – aber mit Schloss Dornsberg, Rittersteig, Sonnenberg-Panoramaweg, ein paar gefundenen Dosen und einem Teller Speckknödel ist auch der Plan B durchaus gelungen.
© Womocanis.ch
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