18.09.2026
Von daheim ins Prättigau
Das Wohnmobil ist für sechs Wochen gepackt, aber noch nicht bereit für die Abfahrt. Am Morgen muss das Fahrzeug noch der Motorfahrzeugkontrolle vorgeführt werden: die wiederkehrende Zulassungsprüfung wurde anstandslos bestanden. Diesel, AdBlue und Gas – alles ist für die anstehende Reise gefüllt und der Kühlschrank mit dem Inhalt von Zuhause bestückt. Einzig der Wassertank ist noch leer. Aber irgendwo auf der Strecke wird sich etwas finden, um auch diesen Punkt abhaken zu können.
Am Vorabend habe ich mich noch von meiner Frau verabschiedet, die sich von der gut verlaufenen Hüft-Operation während dieser Zeit erholt. Wir haben das lange besprochen, dass ich in dieser Zeit mit Shadow nochmals auf eine Tour gehen kann – und trotzdem fühlt sich das Losfahren anders an als sonst. Man packt eben nicht nur Gepäck ein, sondern auch ein leicht schlechtes Gewissen. Das reist mindestens bis zur ersten Übernachtung mit.
Die Abfahrt erfolgt dann erst am Nachmittag nach einem ausgedehnten Spaziergang mit Shadow zum Wohnmobil, welches in Aesch geparkt ist. Die Anfahrt ins Prättigau ist lang: Mittelland, Walensee, dann die Talstrasse hinauf nach St. Antönien. Kurz vor der Ankunft zieht ein Gewitter auf — Blitze, Donner und immer wieder starker Regen bis weit in den Abend hinein.

Der nächste Morgen ist kühl – nur noch um die acht Grad. Die Wiesen sind nass, die Luft aber klar – ausser dort, wo Nebel- und Wolkenschwaden an den Bergen hängen geblieben sind. Die Sonne steht bereits über den Hängen. Auf geht’s zur ersten Cache-Serie zwischen St. Antönien und Pany.
Der Weg führt gemächlich talauswärts, anfänglich meist im Wald. Erst im Letzten Drittel dann offen, mit Blick über die Hänge und ins Tal hinaus. Die Route führt meistens dem ‚Natur spielweg‘ entlang, welcher durchaus auch Familien mit Kindern begeistern kann, wenn nicht alle Cachen möchten. Auf jeden Fall eine Serie, wie ich sie mag: Dosen, die einen der Landschaft wegen an bestimmte Punkte führen. Kein Suchstress, keine verzweifelten Kletterpartien — man geht, hält an, hebt einen Stein oder findet die hängende Dose am Baum, trägt sich ein, geht weiter.














Kaum in Pany angekommen kommt schon das Postauto und bringt uns zurück zum Wohnmobil. Wofür wir gut dreieinhalb Stunden gebraucht haben, schaffen wir nun in 17 Minuten.
Am Abend im Womo dann die erste Nachricht nach Hause. Alles gut hier. Alles gut dort.
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