22. bis 24. April 2019
Rottweil und ihre Verbindung zur Schweiz
Rottweil gilt als älteste Stadt Baden-Württembergs, da ihre Geschichte bereits bei den Römern begann. Auch zur Schweiz hat sie besondere Verbindungen: Sie schloss sich 1463 im Rahmen eines befristeten Bündnisses der Schweizerischen Eidgenossenschaft an und kämpfte 1476 in der Schlacht bei Murten gegen Karl den Kühnen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Eidgenossen, den Rottweilern bewaffnete Hilfe zu leisten.
Den Höhepunkt bildete der Ewige Bund, mit dem Rottweil 1519 zum vollwertigen Mitglied der Schweizer Eidgenossenschaft wurde. 1802 erhob jedoch der Herzog von Württemberg Anspruch auf Rottweil und drohte mit einer feindlichen Übernahme, sollte sich die Stadt ihm nicht freiwillig übergeben. Noch heute zeugt die Städtepartnerschaft mit Brugg von diesen historischen Beziehungen.
Unser Besuch in Rottweil
Von unserem Stellplatz beim Stadion gelangen wir in einer gemütlichen Viertelstunde in die Altstadt von Rottweil.


In der Altstadt
Durch das „Schwarze Tor“ erreichen wir die Altstadt mit ihren kleinen Gässlein und schönen Häusern. Das vollständig renovierte mittelalterliche Tor war einst Teil der staufischen Stadtbefestigung und ist heute eines der Wahrzeichen der Stadt. Hier beginnt auch am Fasnetsmontag – pünktlich um 8:00 Uhr – der Rottweiler Narrensprung.



Das Heilig-Kreuz-Münster
Nicht nur Aussen, sondern auch im prachtvollen Inneren des Heilig-Kreuz-Münsters verläuft alles abwärts. Unzählige Details im Inneren des Münsters laden zum Verweilen ein.












Der Rottweiler
Rottweil war im 19. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum für den Viehhandel. Da brauchten die Bauern und Metzger ausdauernde, ruhige und kluge Hunde, um ihre Rinder und Schafe auf die Weiden und den Markt zu führen. Ihre Hunde entsprachen jedoch keinem bestimmten Standard, sondern wurden aufgrund ihrer Fähigkeiten zum Treiben und Bewachen ausgewählt.
Neben der Herde beschützten sie auch den Hof und das Geld ihres Besitzers, wenn sie auf dem Markt waren. Denn während dieser dort sein Vieh verkaufte, trugen sie ein Halsband mit einer Lederbörse, in der das eingenommene Geld verstaut wurde. Da die Diebe wussten, dass mit diesen Hunden nicht zu spassen war, traute sich keiner an das Geld. Ursprünglich hiessen sie einfach Metzgerhunde – erst später bekamen sie aufgrund ihrer Nähe zu Rottweil den Namen „Rottweiler“.



Die Predigerkirche
Die Predigerkirche bzw. Dominikanerkirche war die frühere Klosterkirche des ehemaligen Dominikanerkonvents hier in Rottweil




Die Kapellenkirche
Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut, jedoch erst im 18. Jahrhundert von den Jesuiten im Inneren Barock umgestaltet. Mit ihrem 70 Meter hohen Turm ist die Kapelle bereits von weither zu sehen.






Die Lorenzkapelle
In der ehemaligen Friedhofskapelle zeigt das Dominikanermuseum eine Steinskulpturen-Sammlung aus dem 14. Jahrhundert. Das Museum ist jedoch nur an zwei Sonntagen im Monat geöffnet, sodass wir keinen Blick hineinwerfen können.
Linkerhand ist der Pulverturm zu erkennen. Dieser diente ab dem 18. Jahrhundert zur Lagerung des in der Pulvermühle hergestellten Schiesspulvers. Heute ist hier das Staatsarchiv untergebracht.


Von der Lorenzkapelle aus hat man freien Blick auf ein weiteres Wahrzeichen Rottweils: den Thyssenkrupp Testturm. Mit seinen 246 Metern ist er der weltweit zweithöchste Testturm für Express- und Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Der Turm verfügt mit 232 Meter Höhe über die höchste Besucherplattform Deutschlands und kann jeweils von Freitag bis und mit Sonntag/Feiertage von 10:00 bis 18:00 Uhr besucht werden.



Auf dem Heimweg
In Rottweil kommen gleich vier Pilgerwege zusammen: der Neckar-Baar-Jakobusweg sowie die Kirchberg-, Palmbühl- und Heuberg-Pilgerwege. Kein Wunder, dass es hier so viele Kirchen gibt – auch wenn wir nicht wissen, ob dies tatsächlich der Grund ist. Es ist jedenfalls eine schöne Begründung. Und vielleicht ist es auch genau umgekehrt. 🙂




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