22. bis 26. Juni 2023
Die Flucht vor dem Unwetter
Seit dem letzten Übernachtungsort in Brachwitz sind wir entgegen unserer üblichen Fahrtenplanung schon seit vielen Stunden unterwegs. Normalerweise machen wir nur kurze Etappen, aber heute zwingt uns das Wetter zu einer längeren Fahrt: Laut Wetterbericht soll das angekündigte Unwetter Mecklenburg verschonen. Wenn wir hinausschauen, können wir bei dem strahlenden Sonnenschein kaum glauben, dass es wirklich so schlimm kommen wird wie angekündigt. Aber das Wetterradar zeigt unmissverständlich, dass keine Entwarnung zu erwarten ist.
Das Wetter folgt uns
In Priepert angekommen sehen wir ernüchtert, dass unser Plan nicht aufgegangen ist. Denn nun soll es hier um 1 Uhr nachts ebenfalls zu heftigen Gewittern mit Hagel und Sturm kommen. Wir haben das Unwetter nicht abgehängt, sondern es folgt uns hartnäckig auf dem Fuss.
Aber am Ende haben wir Glück und erwischen nur leichten Landregen. In anderen Teilen Mitteldeutschlands muss es hingegen ganz schön heftig zugegangen sein – die Nachrichten berichten von diversen Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen und tennisballgrossen Hagelkörnern.




















Wohnmobilstellplatz am grossen Priepertsee
Obwohl der Platz schon recht gut gefüllt ist, finden wir noch ein schönes Plätzchen am Rand des Stellplatzes mit Blick auf den See. Wir sind alle froh, dass wir uns nach der ungewöhnlich langen Fahrt direkt von hier aus noch etwas die Beine vertreten können. Während Monika mit Lenny und Shadow die erste Erkundungsrunde dreht, kümmert sich Dieter um die Anmeldeformalitäten.





Leider kommen die drei nicht allzu weit, denn schon bald stehen sie vor einer Schranke mit einem unmissverständlichen Hundeverbotsschild. Zurück bei der Reception erklärt uns die freundliche Besitzerin, dass wir dort durchaus weitergehen dürfen – einfach nicht bis hinunter zum Badestrand, wo sich die Schwimmer nicht von unseren vierbeinigen Begleitern gestört fühlen sollen.


Priepert – Staatlich anerkannter Erholungsort
Priepert ist malerisch auf drei Seiten von Wasser umgeben: Im Norden liegt der Grosse Priepertsee, im Süden der Ellbogensee und dazwischen fliesst die Havel gemächlich dahin. Die Havel entspringt weiter oben im Norden und fliesst anschliessend durch die gesamte Mecklenburgische Seenplatte in Richtung Berlin. In Sachsen-Anhalt mündet sie schliesslich in die Elbe. Seit November 2018 darf sich das 600-Seelen-Dorf Priepert offiziell „Staatlich anerkannter Erholungsort“ nennen – eine Auszeichnung, die es sich redlich verdient hat.
Am späten Nachmittag gibt es noch etwas Sprunggymnastik für die beiden Jungs auf der Wiese neben unserem Stellplatz. Während Shadow problemlos über die Stangen hüpft, auch wenn er gar nicht an der Reihe ist, dauert es bei Lenny etwas länger. Aber irgendwann macht es „Klick“ und auch er versteht, dass er nicht nur neben oder unten durch, sondern auch elegant darüber hüpfen kann.






Auf dem Urwaldweg am Ellbogensee
Am nächsten Morgen sind wir neugierig auf den versprochenen Urwaldweg entlang des Ellbogensees. Zuerst aber geht es über die grosse, taufeuchte Wiese bei der Badestelle am Grossen Priepertsee und vorbei an einigen reetgedeckten Häusern, bevor wir in den schmalen, geheimnisvollen Pfad beim Ellbogensee eintauchen.
Macheten brauchen wir zum Glück nicht, aber ein wenig erinnert uns der verwunschene Weg tatsächlich an einen kleinen Dschungel. Es riecht nach feuchter Erde und verrottenden Blättern, während über uns die Äste ein dichtes grünes Dach bilden. Der Pfad schlängelt sich durch dichtes Unterholz und vorbei an mächtigen Erlen, Weiden und Ahornbäumen. Dabei treffen wir auf zahlreiche umgestürzte oder zu bizarren Gebilden verwachsene Baumriesen, die wie Skulpturen eines Naturkünstlers wirken.
Ab und zu gibt das Dickicht den Blick auf den stillen Ellbogensee frei, dessen Oberfläche von Seerosen und Wasservögeln belebt wird. Und natürlich finden wir hier auch einen Cache – gut versteckt zwischen den Wurzeln einer alten Weide.
Heute machen wir jedoch nicht den kompletten Rundweg, da die Hunde nach der gestrigen langen Fahrt noch etwas müde sind. Stattdessen kehren wir am Ende des Urwaldwegs auf demselben märchenhaften Pfad zurück und geniessen dessen Stimmung noch einmal in umgekehrter Richtung.













Am Ziernsee
An einem anderen Tag führt uns eine weitere Wanderung durch schöne Feld-, Wald- und Wiesenwege zum Campingplatz am Ziernsee. Hier ist deutlich mehr los als auf unseren bisherigen Wegen – der Pfad führt mitten durch den gut besuchten Platz, wo Familien ihre Zelte aufgeschlagen haben und Kinder fröhlich zwischen den Wohnwagen herumtollen. Lenny und Shadow werden neugierig beäugt und am Ende des Campingplatzes geht es zurück auf den ruhigen Waldwegt.
Auch hier geniessen wir wieder die wohltuende Einsamkeit und Stille des Waldes. Man hört nur die Vögel zwitschern und das Rascheln der Blätter im Wind. Am Ende des Waldes stossen wir überraschend auf die Urwaldweg-Rundwanderung von gestern und beschliessen spontan, auch noch deren letzten, bisher unbekannten Teil in Angriff zu nehmen.



















Unterwegs begegnet uns diese kleine, muntere Raupe





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