Pistoia, das italienische Santiago (di Compostelo) *

10. bis 11. Dezember 2021

Auf unserer nächsten Reiseetappe staunen wir nicht schlecht über die unzähligen Topfpflanzen, die links und rechts der Strasse in zahlreichen Gärtnereien stehen. Wer soll die alle kaufen?

Später erfahren wir, dass Pistoia nicht nur für seine Metallerzeugnisse sondern auch für die grösste Dichte an Baumschulen in Europa bekannt ist.

Der Stellplatz in Pistoia

Ein typischer Stellplatz, wie man ihn in italienischen Städten kennt: eine grosszügige Parkfläche, die bei unserer Ankunft fast leer ist. Einen Platz für unseren Vogel zu finden ist kein Problem. Der Platz selbst ist zwar recht nüchtern, doch der Blick in die umliegenden Berge entschädigt dafür.

Spaziergang in die Stadt

Schön ist vor allem, dass wir vom Stellplatz direkt zu Fuss ins Städtchen spazieren können und die Hunde dabei etwas Freilauf geniessen dürfen.

Pistoia und der Jakobsweg

Das vermutlich von den Etruskern gegründete Pistoia liegt rund 35 km nordwestlich von Florenz. Trotz seiner wunderschönen Altstadt ist es längst nicht so touristisch überlaufen wie Florenz und andere bekannte Städte in der Toskana.

Pilgern auf dem Weg von Rom nach Santiago de Compostela ist die Stadt jedoch wohl vertraut, denn hier befindet sich der Kreuzungs- und Knotenpunkt zwischen den beiden Städten. Bereits seit 1145 ist Pistoia auch eng mit dem Apostel Jakobus dem Älteren verbunden: Damals brachte Bischof Atto ein Schädelfragment des Heiligen aus Santiago de Compostela mit, das seither in der Kathedrale San Zeno aufbewahrt wird. Ausserdem ist Pistoia der einzige Ort in Italien, der seit 2019 die genaue Distanz bis zur spanischen Stadt anzeigt.

Stadtbummel

Auf dem Weg zur Piazza Duomo erleben wir bereits, was Pistoia so besonders macht: verwinkelte Gassen zwischen Häusern in warmen Farbtönen. Bald treffen wir auf unsere erste Kirche der Stadt, die uns mit ihrem Turm der Chiesa di Sant’Ignazio di Loyola sehen. Sie wird jedoch nicht die einzige bleiben.

Markt auf der Piazza Duomo

Der Domplatz ist von beeindruckenden Gebäuden gesäumt: der Kathedrale San Zeno, dem Campanile, dem achteckigen Baptisterium, dem Rathaus, dem Justizpalast sowie dem Bischofspalast. Die Basilica della Madonna dell’Umiltà mit der drittgrössten Kuppel Italiens sehen wir nur von weitem. Am Wochenende ist der Platz von Marktständen belebt, die allerlei anbieten.

Wir lassen dies alles jedoch nur von Weitem auf uns wirken. Lediglich den Blick ins Innere des Baptisterium San Giovanni in Corte lassen wir uns nicht entgehen und bestaunen dort das riesige Taufbecken in der Mitte.

In den Gassen von Pistoia

Es ist Samstag und so treffen wir auch in den Gässchen auf unzählige Stände die neben Lebensmitteln auch Kleider, Schuhe und allerlei Krimskrams anbieten.

Wir geniessen das Flanieren durch diese geschäftigen Gassen und freuen uns darüber, wie entspannt Shadow unterwegs ist. Kein Mensch wird angebellt, andere Hunde werden nur kurz angefiept und schon wendet er sich wieder uns zu. Leider sehen wir aber auch Hunde, die von ihren Menschen durch das Getümmel gezogen werden, ungeachtet, wie sie sich dabei fühlen.

Piazza Giuseppe Garibaldi

Nach den Märkten geht es weiter auf diese grosse Piazza mit der grünen Rasenfläche, wo Jason und Shadow in aller Ruhe schnüffeln und ihre eigene Zeitung lesenn dürfen. Der Platz erinnert an Giuseppe Garibaldi, den charismatischen Revolutionär, der 1860 mit nur tausend Freiwilligen in roten Hemden auszog, um ein Königreich zu erobern. Er kämpfte auf drei Kontinenten für Freiheit und Einheit und gilt als einer der Väter des modernen Italiens.

Weitere Kirchen in Pistoia

Die Chiesa di Santa Maria del Carmine ist ein prächtiges Beispiel toskanischen Barocks. Sie wurde 1291 von Karmelitermönchen gegründet, erhielt ihre heutige Gestalt mit Fresken und Stuckaturen jedoch erst 1741 durch Raffaello Ulivi.

Weiter führt uns der Weg durch die schmale Via Abbi Pazienza in die noch engere Via Borgo Stretto. Für die Hunde ist der grüne Streifen am Wegrand eine willkommene Abwechslung, bevor wir durch einen kleinen Durchlass den Giardino Paolo Novelli mit seinem Oratorio del Santissimo Crocifisso erreichen.

Die Cappella del Santissimo Crocifisso ist eine bedeutende Kapelle innerhalb der Kathedrale von Pistoia (Cattedrale di San Zeno).

Die Basilica della Madonna dell’Umiltà mit der drittgrössten Kupel Italiens bekommen wir jedoch nur von Weitem zu sehen.

Auch Jason und Shadow geniessen den Stadtbummel, gibt es doch so viele Hundenachrichten zu lesen und zwischendurch auch einen erfrischenden Drink.

Die Liebe zum Detail

Zurück geht es wieder durch den Park „Parco della Rana“ mit all seinen Düften. 

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog

Text in grüner Schrift: 'Monika, Dieter & Vierpfötler'

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