3. Juli 2023
Die Hanse

Bis zu dieser Reise wussten wir, dass Hamburg eine Hansestadt ist, heute sind wir jedoch in einer weiteren angekommen. Das macht natürlich neugierig, was es denn mit der Bezeichnung „Hanse“ auf sich hat:
Die Hanse (althochdeutsch für „Schar“ oder „Gefolge“) war ursprünglich eine Vereinigung seefahrender Kaufleute ab dem 13. Jh. Eines ihrer Hauptziele war die Sicherheit des Schiffsverkehrs, aber auch der Einkauf von Waren ohne Zwischenhändler. Gleichzeitig vertrat die Hanse die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen, was ihnen ein deutliches Gewicht gegenüber dem Adel gab.
Aus dieser anfänglichen reinen „Kaufmannshanse“ entwickelte sich später die „Städtehanse“. In denen schlossen sich in ihrer Hochzeit vom 14. bis 16 Jh. bis zu 200 Städte zusammen, um die Interessen der Kaufleute und ihre eigenen gemeinsam zu vertreten. Dabei gehörten 72 dem Kern und weitere 130 dem erweiterten Bündnis an. Das ist auch der Grund, weshalb sich die weiss-roten Farben der Hanse noch heute in vielen Stadtwappen wiederfinden, so auch in Wismar.
Durch die Koordination ihrer Interesse und in der Gemeinschaft gelang es den Hansestädten den Machthabern immer mehr Rechte und Privilegien abzuknöpfen. Auch hatten sie genügend Geld, um sich besondere Genehmigungen und Privilegien direkt beim deutschen Kaiser zu erkaufen. Dadurch gelang es ihnen auch, dass sie irgendwann nur noch dem Kaiser unterstanden und den Fürsten und Herzögen keine Steuern und Abgaben mehr entrichten mussten.
Wismar















Am „Alten Hafen„
Bereits bei Gründung Wismars durch Handelsleute war das Ziel, auch einen Hafen zu schaffen. Denn die geschützte Lage machte es zu einem idealen Handelsplatz.
Unser erster Erkundungsgang führt uns dann auch zum alten Hafen.






























Der Wandel der Zeit zeigt sich jedoch auch hier. Denn das, was früher als Speicherstadt diente und durch Fischer genutzt wurde, ist heute auf den Tourismus ausgerichtet. Und so prägen Gasthäuser, Eisdielen, Souvenierläden, Hotels und Ferienwohnungen grosse Teile des alten Hafens.








Nur vereinzelt stehen noch einige der denkmalgeschützten historischen Gebäude wie der ehemalig Thormann-Getreidespeicher. In unmittelbarer Nähe steht der Lowe-Getreidespeicher für den die Stadt Wismar noch einen Käufer mit einem schlüssigen Nutzungskonzept sucht. Die Tafeln am Gebäude zeigen, dass man auch damals schon auf den Arbeitsschutz achtete – aber ob das hier Geschriebene wirklich ausreichend war?!
Das ehemalige Silo zum Sammeln und Verladen von Getreidestaub auf dem letzten Bild musste zum Erhalt um 22 Meter versetzt werden und konnte danach zum Ferienhaus „Chalet Nautique“ umgebaut werden.






Vögel am Hafen
Sie beleben nicht nur den Hafen, als Gesundheitspolizei sorgen sie auch gleich für die Entsorgung toter Nager. Das ist jedoch nicht ihre einzige Leibspeise. Und so werden dann auch die Touristen mit ihren Fischbrötchen vor den hungrigen Möwen gewarnt.










Vom Hafen in den nördlichen Teil der Altstadt
Durch das Wassertor betreten wir die Stadt. Als ehemaliger Teil der Wehranlage, war dies früher der einzige meerseitige Einlass in die Stadt und ist auch als einziger von fünf Stadttoren noch erhalten.
Drinnen folgen wir der Grube (dem Mühlenbach), einem künstlich angelegten Bach. Beeindruckende Häuserfronten vermitteln einen ersten Eindruck der historischen Altstadt, die wir morgen besuchen werden.




















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