12. bis 15. November 2021
Glarus – hier wo Geschichte und Industrie aufeinandertreffen
Noch muss Italien warten, denn wir wollen erst noch ein wenig Schnee geniessen.
Und so ist unser nächster Zwischenhalt in Glarus auf dem einfachen, aber voll ausgestatteten Stellplatz Buchholz. Hier verbringen wir drei entspannte Tage bei gemütlichen Spaziergängen.
Ein verregneter Tag im mobilen Zuhause
Nach langer Trockenheit überrascht uns der Himmel heute jedoch erst einmal mit einem ordentlichen Regenguss. So verbringen wir den Tag gemütlich in unserem rollenden Zuhause und lauschen dem Regen, der auf das Dach prasselt.





Spaziergang durch vergangene Zeiten
Am nächsten Tag lockt uns aber schon wieder die Sonne aus dem Wohnmobil und wir brechen zu einem ausgedehnten Nachmittagsspaziergang auf.
Die prächtigen Herrschaftshäuser, an denen wir vorbeigehen, berichten von einer längst vergangenen Zeit, wo hier reiche Fabrikbesitzer mit ihren Familien residierten. Die imposanten Fassaden lassen noch heute den einstigen Wohlstand erahnen.
Wo mächtige Platten sich zu Bergen türmen
Schon bald verlassen wir den Ort und gelangen zur Brücke über die Linth. Gleich daneben steht eine Schautafel, auf der ein Naturphänomen beschrieben ist, welches bereits 2008 in das Verzeichnis der UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen wurde: Das Tektonikarena Sardona.
Dabei andelt es sich um eine rund 30’000 Hektar grosse Gebirgslandschaft zwischen den Kantonen Graubünden, Glarus und St. Gallen. Noch spezieller als die Lage ist jedoch das Phänomen, dass die Bergspitzen aus deutlich älteren Gesteinsschichten bestehen als die Basis der Berge. Verantwortlich dafür war der Zusammenstoss der afrikanischen und europäischen Platten, welche die 250 bis 300 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten über die viel jüngeren, 35 bis 50 Mio. Jahre alten, geschoben hat.







Ein Steinbruch zur Kalkgewinnung
Der Rückweg führt uns am riesigen Steinbruch der Firma Kalkfabrik Netstal AG vorbei. Der hier abgebaute Kalkstein wird anschliessen in den gewaltigen Öfen zu schneeweissem Kalk gebrannt. Ein faszinierender Fakt ist, dass dieser reine Kalk später nicht nur in Farben und Kunststoffen, sondern auch in Lebensmitteln und der Landwirtschaft Verwendung findet.




Das alte Walzmühlewerk komplettiert unseren industriegeschichtlichen Rundgang.




Jason und Shadow sind von dem rund zweistündigen Spaziergang genauso begeistert wie wir. Wenn auch weniger wegen der geschichtlichen Hintergründe …
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