12. bis 14. Juli 2022
Nals
Ehrlicherweise war Nals nicht die erste Wahl bei der Suche nach einem Übernachtungsort. Aber in Meran 70 € für eine Nacht auszugeben, seh ich nicht ein. Zumal ich nicht plane, die Kurstadt zu besuchen.
Der Stellplatz in Nals zeigt sich jedoch als Glücksfall: Das Dorf entpuppt sich als kleines Winzerparadies, hervorragend mit dem Fahrrad zu erkunden, etwas anstrengender für Wanderer – besonders bei den inzwischen hohen Temperaturen. Die Wege im Tal zwischen den Obstbäumen und Reben hindurch sind jedoch leider meist mit einem Durchgangsverbot versehen, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, in die Höhe zu steigen.







14. – 16. Juli 2022
Wolkenstein
Val Gardena kenne ich bislang nur durch die Übertragungen des Ski-Weltcups am TV. Dank dem Stellplatz gleich bei der Seilbahn, lerne ich sie nun auch noch in Natura kennen. Hier auf dem Plan de Gralba auf 1’800 m.ü.M ist es dann auch herrlich kühl.
Und so unternehmen Shadow und ich einen ersten Spaziergang. In der Bergwelt entwickelt sich dieser durch das ständige Auf und Ab jedoch eher zu einer Mini-Wanderung.

















Hoch oben in der Alpenwelt
Am nächsten Tag bringt uns die Bergbahn auf den Piz Seteur. Von hier wandern wir zu Fuss hoch nach Sella. Umgeben von einer grossartigen Alpenwelt eröffnen sich immer wieder neue Blicke auf aussergewöhnliche Felsformationen. Durch die „Steinerne Stadt“ schlängelt sich der Weg vorbei an riesigen Felsbrocken, die von den Bergen rundherum herabgestürzt sind.
Von Sella führt eine weitere Seilbahn mit schmalen Kabinen zur Forcella del Sassolungo. Wir verzichten jedoch darauf noch weiter hochzufahren, lassen den Pass Pass sein und machen uns an den Rückweg. Unterwegs lockt mich eine urige Wirtschaft und ich geniesse die ‚Knödel Zweierlei‘ mit einem kühlen Schluck Bier.























16. – 17. Juli 2022
St. Vigil
Ein Halt an diesem Ort war nicht geplant. Ein niedriges Tunnel auf dem Passo Falzarego zwischen Wolkenstein und Cortina d’Ampezzo macht jedoch meiner ursprünglichen Routenwahl einen Strich durch die Rechnung – unseren Vogel ist dafür zu hoch.
Getreu dem Motto ‚Es ist überall schön‘ bietet jedoch auch St. Vigil viele Möglichkeiten. Angefangen beim Restaurant auf dem Wohnwagenplatz ‚Ritterkeller‘, das mir eine hervorragende Pizza Quattro Formaggi zubereitet, bis hin zu den Wandermöglichkeiten in der Umgebung.
Die Seilbahn Miara, die uns hoch zum Kronplatz hätte bringen sollen, ist leider ausser Betrieb. So wird es zu einer schweisstreibenden Wanderung bis wir bei diesem durch den Ski-Weltcup bekannten Ort ankommen.
Und die tolle Aussicht auf dem Pass kann ich dann noch am nächsten Tag auf der Weiterfahrt geniessen.












17. – 19. Juli 2022
Misurina
Mit einem Tag ‚Verspätung‘ landen wir nun in Misurina in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen See. Und mit mir stehen noch viele, viele andere Wohnmobilisten und noch viel mehr Tagestouristen an diesem Ort. Was mag der Grund dafür sein?
Hätte ich mich doch intensiver mit meinen Etappenzielen auseinandergesetzt, dann wäre ich hier nicht dermassen überrascht worden. Denn nur rund 7 km weiter und 600 m höher liegt das Rifugio Auronzo alle Tre Cime di Lavaredo. Bei den „Drei Zinnen“ handelt es sich um eine ganz besondere Gipfelform in den Dolomiten. Kein Wunder, dass diese Heerscharen von Wanderern, Kletterern, Bikern und Automobilisten anziehen.
Am nächsten Morgen beobachte ich, wie kurz nach 10 Uhr die Strasse gesperrt wird. Obwohl Montag ist, sind um die Zeit bereits alle Parkplätze besetzt! Und es dauert dann auch nicht lange, bis auch der letzte Parkplatz direkt neben meinem Stellplatz von den Bussen belegt sind, die hier im Viertelstunden-Takt ankommen.
Mir ist das egal – mir reicht die herrliche Bergwelt, die ich von hier aus zu Fuss erreichen kann. Einmal mehr mühe ich mich den Weg hinauf, da der Sessellift am Ende des Sees nichts für Shadow und mich ist. Am Ende bin ich jedoch froh darüber, denn wir haben – bis auf wenige hundert Meter – die Wege für uns alleine, und die Umgebung ist überwältigend schön.
















Ein Verzicht, Shadow zuliebe
Wie immer unternehmen wir auch zweiten Tag eine längere Runde. Diesmal gerät sie zu einer veritablen Wanderung – aber bei dieser tollen Umgebung nehme ich auch gerne nochmals die Wanderschuhe hervor. Auf den Bildern ist auch zu sehen, wie diese Gegend die Besucher in Massen anzieht.
Denn befindet sich auch der Ausgangspunkt zum geschichtsträchtigen Monte Piana. Ein Ausflug, der auch mich sehr gereizt hätte. Aber die Hin- und Rückfahrt im engen Jeep will ich Shadow nicht antun. Vielleicht das nächste Mal.









19. – 20. Juli 2022
Arta Terme und eine besondere Begegnung
Auf meinem Weg nach Slowenien ist dies mein letzter Zwischenhalt in Italien. Getreu dem Motto: Der Weg ist das Ziel, und bisher fahre ich bestens damit.
Oberhalb der Therme hat die Gemeinde sechs schöne und kostenlose Stellplätze eingerichtet. Leider sind schon alle Plätze belegt. So muss ich auf einen weiter entfernten ausweichen. Das ist aber völlig in Ordnung für mich, da ich die Therme eh nicht besuchen möchte. .
Vom Talboden aus sehe ich die ‚Chiesa di Santa Maria in Monte‘. Somit ist auch das nächste Wander-Ziel gefunden. Besonders der Hinweis ‚in Monte‘ hätte meinerseits jedoch mehr Beachtung verdient 🙂 Auf dem steilen Weg nach oben kommt es zu einer überraschenden – aber gottseidank nur kurzen – Begegnung mit einer ca. 70 cm langen Schlange. Ich vermute und hoffe, es ist eine Ringelnatter. Ganz oben entschädigt mich dann die tolle Aussicht für den schweisstreibenden Anstieg.
















Der Weg zum nächsten Etappenort wird zu einem besonderen Highlight dieser Reise. Hinter Chiusaforte beginnt die SP76 noch recht moderat. Nach und nach rücken die steilen Berge jedoch näher und näher Strasse und diese irgendwann zwingt sich in engen Kurven den Berg hinaufzuwinden.
Die Spitzkehren verlaufen durch enge Tunnels, die aber für unseren Phoenix ohne Gegenverkehr reichen. Einzig das Navi spielt verrückt, da es die Strassenabschnitte quasi übereinander schichtet. Als Alleinfahrer habe ich jedoch keine Chance viele Bilder davon zu schiessen.
Auf 1’195 m.ü.M bildet der Neveasattel bildet den Übergang nach Slowenien. Und kurz vor der slowenischen Grenze grüsst der malerische Lago del Predil. Jedoch ist kein freier Parkplatz vorhanden, so dass wir selbst auf ein kurzes Verweilen verzichten müssen.



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