Das südlichste Ziel erreicht – und das Navi dreht fast durch

02.10.2026

Unser südlichstes Ziel rückt näher: Ičići in Kroatien. Dort habe ich einen Campingplatz ausfindig gemacht, den ich erreichen sollte, ohne durch Rijeka fahren zu müssen. Zumindest sieht das auf Google Maps ganz vernünftig aus. Was soll da schon schiefgehen?

Direkt nach dem Grenzübertritt nach Kroatien verlasse ich die Autobahn. So spare ich mir hoffentlich den Kauf einer weiteren Maut-Box. Schliesslich sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz.

Doch mein Fahrzeug-Navi hat offenbar andere Pläne. Statt mich auf der Küstenstrasse entlangzuführen, schickt es mich über kleinste Strassen weit oberhalb der Küste. Genau dort wollte ich eigentlich nicht hin! Und als wäre das nicht genug, sucht mein Handy nach dem Grenzübertritt verzweifelt nach einem Mobilfunkbetreiber. Damit fällt auch diese Orientierungshilfe vorübergehend aus.

Also zurück zu einer altbewährten Methode: Ich halte mich einfach an die Strassenschilder Richtung Opatija und ignoriere die zunehmend penetranten Aufforderungen meines Navis, doch bitte umzukehren.

In Matulji erreiche ich endlich den Abzweiger zur Küstenstrasse. Und plötzlich wird klar, warum mich mein Navi vorher auf diese seltsamen Umwege schicken wollte: Ein Schild beschränkt die Durchfahrt auf Fahrzeuge bis 5 Tonnen – der Zubringerdienst ist jedoch gestattet. Mein Wohnmobil bringt bekanntlich deutlich mehr auf die Waage. Da ich aber zum Campingplatz will, gehe ich davon aus, dass ich als Zubringer unter diese Ausnahme falle und die Strasse benutzen darf.

So erreiche ich schliesslich unbehelligt den Campingplatz in Ičići. Geschafft!

Ich suche mir einen Platz ganz oben auf dem Gelände. Die freie Sicht aufs Meer, die von hier aus möglich wäre, kann ich mir allerdings schenken. Denn kaum ist das Wohnmobil eingerichtet, zieht es mich ohnehin hinunter ans Wasser.

Was mir auf meinem Stellplatz ganz oben auf dem Campingplatz auffällt, sind drei bis vier massive Betonbunker. Manche sind bereits ziemlich zerfallen, andere wirken noch erstaunlich gut erhalten. Sie erinnern an die militärische Vergangenheit dieser Küstenregion: Schon ab 1931 liess Italien hier entlang der damaligen Grenze zu Jugoslawien umfangreiche Befestigungsanlagen errichten. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden solche Anlagen teilweise auch von den deutschen Truppen genutzt. Ob genau diese Bunker zu diesem Verteidigungssystem gehörten, konnte ich allerdings nicht abschliessend herausfinden. Heute stehen sie zwischen Bäumen und Campingfahrzeugen – stumme Zeugen einer Zeit, in der diese friedliche Ferienregion alles andere als friedlich war.

Ein Spaziergang mit Geschichte

Wie immer geht es direkt nach Ankunft mit Shadow auf eine mehr oder weniger lange Runde. Hierfür können wir direkt unterhalb auf die Franz-Joseph-Promenade gelangen, die hier wie vielerorts an der Kvarner Küste direkt am Meer entlangführt. Sie ist Teil des berühmten Lungomare, einer rund zehn Kilometer langen Küstenpromenade, die Volosko über Opatija mit Ičići und weiteren Küstenorten bis nach Lovran verbindet. Angelegt wurde sie zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert, als Opatija als mondäner Kur- und Badeort seine grosse Blütezeit erlebte.

Für den ersten Kontakt mit dem Meer laufen wir Richtung Opatija, wo auch mein erster Cache in Kroatien zu finden ist.

Am nächsten Tag geht es vor der Weiter- beziehungsweise Rückreise noch einmal auf dieselbe Strecke, jedoch in die andere Richtung bis zum Hundestrand von Ičići. So kann auch er das Meer noch einmal aus nächster Nähe geniessen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Und dann heisst es tatsächlich schon wieder Abschied nehmen von Kroatien. Die Rückreise beginnen wir deutlich entspannter als die Anreise. Diesmal wissen wir, was uns erwartet und bis an die slowenische Grenze kann ich das Navi ausgeschaltet lassen.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog

Der Text 'Monika, Dieter & Vierpfötler' in grüner, geschwungener Schrift auf weißem Hintergrund.

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