Auf dem Weg in den Süden *

23. bis 24. September 2023

Aufbruch gen Süden

Samstagmorgen – alles ist gepackt und voller Vorfreude steuern wir unser Wohnmobil Richtung Süden. Unser Plan ist es, möglichst schnell nach Sardinien zu kommen. Deshalb sind die geplanten Fahrstrecken diesmal länger als üblich.

Stau-Umfahrung über den San Bernardino

Am Gotthard ist bereits ein langer Stau gemeldet. Deshalb schlagen wir kurzentschlossen die Route über den San Bernardino ein. Die Strecke ist zwar länger, aber die Strassen sind praktisch leer.

Obwohl wir wissen, dass wir über einen Pass fahren, sind wir doch überrascht, jetzt schon den ersten Schnee des Jahres zu sehen. Vermutlich auch den letzten, denn auf der Tessiner Seite ist die weisse Pracht bereits wieder verschwunden.

Stellplatz auf dem Monte Ceneri

Dank des kleinen Umweges kommen wir pünktlich auf dem geplanten Übernachtungsplatz auf dem Monte Ceneri an. So steht unserer morgigen Wanderung auf den Monte Tamaro nichts im Weg, einem der bekanntesten Aussichtsgipfel der Region.

Mit der Gondel auf den Berg

Auf der Karte sehen wir, dass der Parkplatz bei der Talstation viel zu klein für uns ist. Aber ein Anruf macht’s möglich: Wir dürfen direkt neben der Gondelbahn stehen. Was für ein tolles Angebot!

Von hier oben betrachtet wirken die Fahrzeuge auf der Autobahn winzig klein. Während der Bergfahrt sieht die Tiefe noch harmlos aus. Bei der Talfahrt wird es aber Monika dann doch etwas mulmig.

Mario Bottas Bergkirche

An der Bergstation angekommen, fällt der Blick auf das architektonische Highlight des Monte Tamaro: die von Mario Botta entworfene Kirche «Santa Maria degli Angeli», welche vorne auf der Spitze thront und über das Tal wacht. Das vom berühmten Tessiner Architekten geschaffene Werk fügt sich harmonisch in die Bergkulisse ein und bildet mit seinen runden Formen einen klaren Kontrast zu den massiven Bergen.

Lennys Faszination für die Rodelbahn

Von der Bergstation aus geht unsere Wanderung bergan und schon bald lassen wir die vielen Besucher beim Restaurant hinter uns. Wir sind jedoch noch nicht weit gekommen, da entdeckt Lenny die Rodelbahn. Völlig fasziniert von den vorbeibrausenden Wägelchen, aus denen fröhliches Lachen herüberklingt, muss er sich dies erst einmal in aller Ruhe anschauen. Schliesslich hat er so was in seinem kurzen Leben noch nie gesehen.

Kunst am Berg

Ein Stück weiter oben wartet eine weitere Überraschung auf uns: „Kunst am Berg“. Es sind von Künstlern geschaffene Skulpturen, welche alle zwei Jahre wechseln und Kunst und Natur miteinander verbinden.

Bald darauf haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Hier werden wir für die Mühen des Aufstiegs durch einen traumhaften Rundumblick in die Berge unter uns belohnt.

Danach geht es leider schon wieder an den Abstieg. Aber wir dürfen uns nicht beklagen, denn auch dieser ist wunderschön und die Ausblicke nicht weniger spektakulär.

Zurück bei der Bergstation sind wir noch so fit, dass wir beschliessen, nicht schon hier wieder in die Gondel zu steigen, sondern noch bis zur Mittelstation zu wandern.

Geduld ist gefragt bei der Mittelstation

So schön auch die restliche Strecke war, bereuen wir es doch für einen kurzen Moment, nicht schon in der Bergstation in die Gondel gestiegen zu sein. Denn eine Gondel nach der anderen schwebt ein und jede voll besetzt. So heisst es dann warten… und warten… und warten. Zum Glück hat dann irgendwann doch noch der Betreuer der Mittelstation Erbarmen mit uns und ruft bei der Bergstation an, dass sie eine Gondel leer lassen sollen.

Ironie des Schicksals: Gleichzeitig mit der ersten leeren Gondel wird auch noch eine zweite frei, als eine Familie aussteigt. Glück für uns, denn so können wir getrennt hinunterfahren und so ist dank dem zusätzlichen Platz die Fahrt für Shadow deutlich stressfreier. Er hat bis heute Mühe mit allem was er nicht selbst bewegt.

Mit etwas müden Beinen, aber glücklich über die schöne Wanderung erreichen wir unser Wohnmobil. Von hier aus geht unsere Reise weiter, Italien wartet.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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