Wanderung in St. Ursanne

30. Mai 2021

Die Kalköfen von St-Ursanne

Direkt oberhalb des Eisenbahn-Viadukts „Viaduc de la Combe Maran St-Ursanne“ befindet sich das frühere Bergwerk, in dem Kalk abgebaut und direkt in den Fabriken davor gebrannt wurde. 1993 wurde die Fabrik mit ihren bis zu 20 Meter hohen Stollenanlagen geschlossen. Danach dienten die Stollen als Sondermülldeponie. Als deren Betreiber 1997 Konkurs ging, übernahm der Kanton die Anlage, sanierte die Deponie und verfüllte die 12 Kilometer langen Galerien bis 2009 mit sauberem Aushub der Autobahn A16. Dies alles löste neue Vorhaben im Bereich der Abfallwirtschaft aus, so unter anderem auch die Sanierung der Giftmülldeponie in Bonfol.

Aber auch das Viaduc de la Combe Maran St-Ursanne hat eine spannende und vor allem lange Geschichte zu erzählen: 1872 wurde die erste Eisenbahnverbindung zwischen der Schweiz und Frankreich eröffnet. Da die 12 Kilometer lange Strecke zwischen dem schweizerischen Porrentruy und dem französischen Delle jedoch keinen Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz hatte, musste man von Basel aus über deutsches Gebiet fahren, um nach Frankreich zu kommen. Frankreich hatte das Elsass im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 an Deutschland verloren.

Deshalb wurde zwischen 1874 und 1877 die 18 Kilometer lange Strecke zwischen Porrentruy und Delémont gebaut. Da die Gegend recht gebirgig ist, mussten mehrere Tunnel und Brücken gebaut werden, wovon das grösste Bauwerk in Ursanne steht. Die damalige Gitterbrückenkonstruktion erwies sich jedoch durch den zunehmenden Bahnverkehr irgendwann als zu schwach. Deshalb wurde sie im Rahmen der Elektrifizierung in den Jahren 1929 und 1930 zur heutigen Betonbrücke ausgebaut. 2001 wurde sie dann noch einmal verbreitert und verstärkt.

Posen im Wald

Nach ganz viel Grün geht es ein kleines Stück auf der Strasse weiter

Aber auch das schaffen wir mit den Beiden problemlos. Und es hat hier oben auch kaum Verkehr.

Durch den mystischen Wald

Hier sind in letzter Zeit anscheinend nicht viele durchgekommen. Die Einheimischen wissen vermutlich genau, weshalb. Wir jedoch wandern ganz entspannt auf den schmalen, bewachsenen Wegen zu Tal, nicht ahnend, was gleich passieren wird: Eine Ranke legt sich um Monikas Fuss und bringt sie zu Fall.

Der Schock sitzt kurz, doch dann zeigt sich schnell, wer hier wirklich Prioritäten setzt: Shadow und Jason. Statt ihr beizustehen, stürzen sich die beiden auf die Leckerchen, die Monika beim Sturz aus der Tasche gefallen sind.

Zum Glück ist Monika ausser einem etwas angekratzten Stolz und einem blauen Knie nichts weiter passiert. Sie rappelt sich auf, klopft den Staub ab und lacht über die Situation. Wie sagt man so schön: Aufstehen, Krönchen richten und weitergehen. Und genau das tun wir.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.