10.10.2026
Das Wetter spielt mit, und so steht das nächste Reiseziel fest: Silvaplana im Oberengadin. Den Ofenpass kenne ich bereits, und die Fahrt durch den Schweizerischen Nationalpark fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Die Landschaft ist einfach beeindruckend. Schade nur, dass ich dort nicht mit Shadow auf Wanderschaft gehen kann. Im Nationalpark sind Hunde aus nachvollziehbaren Gründen nicht erlaubt. Heute kann ich damit aber gut leben, denn in Silvaplana wartet ein ganz anderes Erlebnis auf uns.
Der Piz Corvatsch erreicht stolze 3303 Meter über Meer, und eine Luftseilbahn bringt mich bequem in diese Höhen. Unterhalb der Talstation in Silvaplana-Surlej darf ich mit dem Wohnmobil offiziell stehen. Und als wäre das nicht schon Grund genug für einen Zwischenstopp, wohnt hier auch noch eine Kollegin, die ich mit meinem Besuch überraschen möchte.
Ein Cache, ein Tunnel und ein Wasserfall
Kaum angekommen, mache ich mich bereits auf den Weg zum ersten Cache. Es ist erst kurz nach 13 Uhr, und der Fund liegt auf 2005 Metern über Meer – genau in jenem Höhenbereich, den ich für eine meiner Challenge-Aufgaben benötige.
Der Cache ist erfolgreich gefunden, und ganz nebenbei entdecke ich wieder etwas Besonderes: einen künstlich angelegten Tunnel, durch den ein Bach umgeleitet wird. Das Gewässer hatte Surlej früher bereits einmal mit Hochwasser in Bedrängnis gebracht. Heute wird es durch den Tunnel direkt in den Silsersee geleitet. Zusammen mit einem Wasserfall, den ich diesmal allerdings nicht besuche, bildet die Wasserführung eine weitere interessante Besonderheit der Umgebung.










Am späteren Nachmittag treffe ich dann meine Kollegin. Gemeinsam mit unseren Hunden spazieren wir über die Ebene dem Silsersee entlang. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, und wir geniessen die herrliche Aussicht auf den See, die umliegenden Berge und den Wasserfall.


Einsteigen bitte – Shadow fährt Gondel!
Am nächsten Morgen geht es früh los. Rasch sind wir bei der Talstation der Luftseilbahn auf den Piz Corvatsch. Shadow zeigt sich in der Gondel von seiner besten Seite: Während sich die Kabine füllt, bleibt er aufmerksam bei mir und lässt sich auch vom ungewohnten Trubel nicht aus der Ruhe bringen. Das eine oder andere Leckerli trägt sicherlich zur guten Zusammenarbeit bei. Die anderen Fahrgäste beobachten ihn wohlwollend, und Shadow erhält für sein vorbildliches Verhalten viele anerkennende Blicke und Worte.
Auf der Mittelstation Alp Murtèl heisst es dann: Umsteigen bitte! Die zweite Bahn bringt uns nochmals rund 600 Höhenmeter weiter nach oben. Während wir an Höhe gewinnen, verändert sich die Landschaft zusehends. Schon bald überqueren wir die Schneegrenze, die sich nach den Schneefällen vom Vortag weit nach unten verschoben hat.
Oben auf dem Piz Corvatsch angekommen, wartet zunächst eine Aufgabe, die für mich wichtiger ist als jede Aussicht: der noch fehlende Cache für meine Höhen-Challenge. Er liegt auf über 3000 Metern, und genau ein solcher Fund fehlt mir noch, um diesen Höhenbereich abzudecken.
Während ich mich im eisigen Wind auf die Suche mache, zeigt sich Shadow von einer ganz anderen Seite. Der weisse Überzug begeistert ihn sichtlich! Während ich möglichst rasch den Cache finden möchte, geniesst mein vierbeiniger Begleiter die winterlichen Bedingungen in vollen Zügen.





Nach erfolgreichem Loggen geht es mit der Bahn wieder hinunter auf rund 2700 Meter. Doch statt gleich wieder ins Tal zu fahren, schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns zu Fuss auf den Abstieg nach Surlej. Jetzt beginnt der eigentliche Wandertag!
Vom Schnee in den Herbst
Der Weg führt stetig bergab. Und plötzlich öffnet sich der Blick auf den Silsersee. Was für eine Aussicht! Der See liegt eingebettet zwischen den Bergen, und für einen Moment ist klar: Allein für diesen Anblick hat sich der Ausflug bereits gelohnt.












Doch damit nicht genug. Die Wanderung führt uns weiter über ein gewaltiges Geröllfeld, das beim Gehen die volle Aufmerksamkeit verlangt. Hier ist nichts mit gemütlichem Dahinschlendern und nebenbei die Landschaft bewundern. Jeder Schritt will gut gesetzt sein – schliesslich sollen Shadow und ich heil unten ankommen.




Mit zunehmendem Abstieg erreichen wir schliesslich die Baumgrenze. Die Landschaft verändert sich erneut, und wir tauchen ein in eine Welt, in der sich die ersten herbstlichen Farben zeigen. Goldene und rötliche Töne mischen sich ins Grün, während sich zwischen den Bäumen immer wieder neue Ausblicke auf die Bergwelt eröffnen.
Gibt es eigentlich eine Steigerung von wunderschön? Falls ja, dann sind wir hier vermutlich ziemlich nahe dran.






Stunden sind inzwischen vergangen, als wir endlich den Hahnensee und die gleichnamige Bergwirtschaft erreichen. Eine Pause und etwas zur Stärkung haben wir uns redlich verdient. Nach all den Höhenmetern, dem Geröll und den vielen Eindrücken tut es gut, kurz durchzuatmen, bevor wir das letzte Teilstück unter die Füsse nehmen.







Von hier geht es nochmals rund 270 Höhenmeter hinunter nach Surlej. Die Beine sind inzwischen müde, aber für eine letzte erfolgreiche Cachesuche reicht die Energie zum Glück noch. Ein schöner Abschluss für eine Wanderung, die uns wirklich alles abverlangt hat.
Als wir wieder beim Wohnmobil ankommen, sind wir geschafft – aber glücklich. Es war eine anstrengende Tour, keine Frage. Doch die Ausblicke, die abwechslungsreiche Landschaft und der Wechsel vom Schnee oben bis zu den herbstlich gefärbten Wäldern weiter unten machen sie zu einem Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Ein letzter Spaziergang im Oberengadin
Erstaunlicherweise sind die Strapazen am nächsten Morgen bereits weitgehend vergessen. Die Beine scheinen sich über Nacht erholt zu haben, und so steht noch ein letzter Spaziergang auf dem Programm. Diesmal übernimmt meine Kollegin die Führung und zeigt uns den Laj Nair.
Ich bin begeistert, welche wunderbaren Eindrücke die Natur hier bereithält. Das Oberengadin hat mich mit seiner Bergwelt, den Seen und den abwechslungsreichen Wegen wirklich begeistert. Und während wir gemeinsam mit den Hunden unterwegs sind, nehme ich mir fest vor, irgendwann wiederzukommen. Es gibt hier einfach noch viel zu entdecken.








Doch auch dieser Spaziergang findet irgendwann sein Ende. Nach einer herzlichen Umarmung verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin und machen uns wieder auf den Weg.
Die zweitletzte Etappe unserer Reise führt uns nach Grüsch am Eingang ins Prättigau.
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