Rodemack – ein Ausflug in die Vergangenheit

10. – 12. Juni 2024

Rodemack liegt im Herzen des Dreiländerecks und ist 20 km von Deutschland sowie 6 km von Luxemburg entfernt. Es wird auch „La Petite Carcassonne Lorraine – das kleine lothringische Carcassonne“ genannt. Das macht mich natürlich neugierig und die Erwartungen sind entsprechend hoch – auch wenn ich das richtige Carcassonne (noch) nicht kenne, sondern nur das gleichnamige Spiel.

Auf der Karte sehe ich, dass nur wenige Gehminuten vom Zentrum eine Wiese als gemischter Stell-/Parkplatz markiert ist – da überlege ich natürlich nicht lange, sondern fahre gleich dorthin.

Entlang der Ringmauer

Die 700 Meter lange Befestigungsmauern stammt aus dem 15. Jahrhundert und durch das befestigte Sierck-Tor gelangen die Besucher in das mittelalterliche Dörfchen.

Wir bleiben aber erst einmal ausserhalb der Mauern. Denn erst soll Shadow nach der Fahrt auf seine Kosten kommen und so geht es auch schon bald zum Spaziergang durch die umliegenden Felder.

La Petite Carcassonne

Nach einer, wie erhofften, sehr ruhigen Nacht geht es heute ins Städtchen.

Kapelle und Kirche

Die Kapelle Notre-Dame wurde 1658 von den Einwohnern des Ortes errichtet. Einer Legende nach soll ein Offizier die Kapelle erbaut haben, nachdem er hier durch einen Sprung mit seinem Pferd den Belagerern der Festung entkommen ist. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie zum Dank für das Ende des Dreissigjährigen Krieges und den damit einhergehenden Pest und Hungersnot entstanden ist.

Die äusserlich schlicht wirkende St.-Nikolaus-Kirche, überrascht im Innern durch ihre reiche barocke Innenausstattung und die farbigen Chorfenster aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde 1783 an Stelle der alten romanischen Kirche errichtet, die zu klein und baufällig geworden war. Um Platz für die Erweiterungen zu schaffen, wurde der Neubau von Süden nach Norden ausgerichtet.

Die Festung

Die Festung von Rodemack geht auf das späte 12. Jahrhundert zurück, als Arnoux I. von Rodemack hier eine erste Burg errichten liess. Was wir heute sehen, ist das Ergebnis zahlreicher Um- und Ausbauten über die Jahrhunderte. Denn im Laufe der Zeit wurde die Anlage mehrmals erweitert, beschädigt und erneuert.

Besonders eindrücklich ist der untere Zugang aus dem 16. Jahrhundert, dessen drei Türme den Eingang bilden: der überdachte Boncour-Turm sowie die beiden Zwillingstürme, die einst eine Zugbrücke flankierten. Davor lag eine weitere Zugbrücke, geschützt durch eine Vormauer mit einem massiven Artilleriebauwerk aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Im Innenhof haben sich einige historische Bauten erhalten: der Pferdestall, ein Brunnen, das ehemalige Pulvermagazin (später zur Kapelle umfunktioniert), ein grosser Gewölbekeller und der Offizierspavillon, der im 20. Jahrhundert zum heutigen Schloss umgebaut wurde.

Seit 1981 steht die Festungsanlage unter Denkmalschutz

© Womocanis.ch
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