13. bis 15. Mai 2022
…oder als unserem Wohnmobil die Lichter ausgehen
Freitagabend gegen 22 Uhr fahren wir in Basel los. Es geht nach Niederrohrdorf, wo Monika und Shadow die nächsten zwei Tage an einem Mantrailing-Seminar teilnehmen werden.
Auf der Autobahn kommen wir gut voran und das Navi zeigt, dass wir in knapp 10 Minuten bei unserem Übernachtungsplatz ankommen werden. Doch dann fängt der Motor plötzlich an zu stottern. Im ersten Moment denken wir uns noch nichts dabei. Aber als das Wohnmobil immer langsamer wird, fahren wir sicherheitshalber auf den Pannenstreifen – und das nur wenige Meter vor der Ausfahrt. Weiterzufahren trauen wir uns jedoch nicht mehr, denn was ist, wenn wir mitten auf der Ausfahrt stehen bleiben?




Lichter aus – Panik kommt langsam hoch
Und es kommt noch schlimmer: Nach und nach gehen alle Lichter an unserem Wohnmobil aus und von uns ist nichts mehr zu sehen. Welch ein Glück, dass wir nicht auf der Landstrasse liegen geblieben sind! Aber wirklich wohl ist uns auch nicht, so unbeleuchtet auf dem Pannenstreifen zu stehen, während dicht neben uns die Lastwagen vorbeibrausen.
Der nächste Schock folgt auf dem Fuss: Der Anruf beim TCS ergibt, dass wir mit unserer Gewichtsklasse nicht versichert sind und sie uns nicht weiterhelfen können. Nun ist guter Rat teuer, denn wie sollen wir um Mitternacht noch jemanden erreichen, der uns von der Autobahn holt?
Rettung in Sicht
Zu unserem grossen Glück stellt sich kurz darauf ein Polizeiauto so hinter uns, dass wir zumindest gut zu sehen sind und die Autos und LKW gezwungen sind, nach links auszuweichen. Und das Problem mit dem fehlenden Warndreieck können wir auch schnell lösen: Dieses wurde von den vorbeifahrenden Autos an den Rand des Pannenstreifens geweht.
Dann kommt auch noch der erlösende Anruf vom TCS, dass wir doch versichert sind und der Abschleppwagen bereits unterwegs zu uns sei. Wir hätten jubeln können! Gleichzeitig fragen wir uns allerdings, wie in aller Welt unser Ungetüm von einem Wohnmobil abgeschleppt werden soll – sind wir doch fast 9 Meter lang, 3,45 Meter hoch und auch nicht gerade ein Leichtgewicht.
Profis am Werk
Kurz darauf ist auch schon das Abschleppfahrzeug samt Begleitfahrzeug da. Letzteres übernimmt nun die Sicherung und die Polizei kann weiterfahren. Danke, dass ihr uns so schnell gesichert habt!
Die Abschleppspezialisten wirken ganz entspannt. Man merkt ihnen an, dass es nicht ihr erstes Mal ist – im Gegensatz zu uns. So fühlen wir uns gleich gut aufgehoben. Das beruhigt uns, auch wenn wir immer noch keine Idee haben, wie es danach weitergehen wird.
Die Rettung beginnt
Als erstes muss die Kardanwelle von unserer Hinterachse gelöst werden, damit das Getriebe keinen Schaden nimmt. Danach manövrieren unsere beiden Retter die Abschleppvorrichtung unter unsere Vorderräder und schon geht’s vorne hoch. Was für ein komisches Gefühl, wenn die Schnauze immer höher steigt und wir schon fast über das Zugfahrzeug hinwegsehen!



Danach manövrieren unsere beiden Retter die Abschleppvorrichtung unter unsere Vorderräder und schon geht’s vorne hoch. Was für ein komisches Gefühl, wenn die Schnauze immer höher steigt und wir schon fast über das Zugfahrzeug hinwegsehen!




Huckepack durch die Nacht
Nun geht’s Huckepack zur IVECO-Servicestation in Hendschiken – schön eigentlich, wenn man mal nicht selber fahren muss, auch wenn die Ursache gerne eine andere hätte sein dürfen.
Aber als es einmal recht zackig um einen Kreisel geht, halten wir doch die Luft an. Der Fahrer hat es wohl selbst auch gemerkt – das war etwas gar schnell – und ist beim nächsten Kreisel doch etwas langsamer geworden.
Die nächste Herausforderung kommt schnell: Wenn das Stadttor in der Mitte auch mit 4 Metern angeschrieben ist, auf der Seite hat es das garantiert nicht mehr. Und tatsächlich, als wir näher kommen, steht da etwas von 3 Metern. Aber unser Chauffeur fährt unverdrossen weiter.



Am Ende kommen wir alle sicher und unversehrt bei der IVECO-Werkstatt an. Selbst ein Schlag auf die Räder kurz vor der Ankunft scheint unserem „Vogel“ nichts ausgemacht zu haben.
Nächtliche Diagnose
Inzwischen ist es schon weit nach Mitternacht, und trotzdem nehmen sich Herr Senn und sein Kollege noch die Zeit, in den Motorraum zu schauen und die Ursache der defekten Lichtmaschine zuzuordnen. Nun geht’s aber für uns erst einmal ins Bett. Auch Jason und Shadow, die sich die ganze Zeit mustergültig verhalten haben, sind froh, dass sie aus der Fahrerkabine zurück ins Wohnmobil dürfen.


Familiäre Hilfe am Samstagmorgen
Am nächsten Morgen, einem Samstag, öffnen sich die Werkstatttüren pünktlich um 7:00 Uhr und wir sind auch gleich als erste an der Reihe. Die Diagnose bestätigt schnell, dass die beiden gestern mit ihrer Vermutung recht hatten: Es ist die Lichtmaschine. Leider ist vor Ort kein Ersatz vorhanden, aber in Muttenz, gleich neben Basel, gäbe es einen. Unser jüngerer Sohn ist so nett und bietet sich als Kurier an.
Dank dem tollen Zusammenspiel ist unser Wohnmobil kurz nach zehn Uhr wieder fahrtüchtig und wir auf dem Weg zum ursprünglichen Ziel. So können Monika und Shadow nur leicht verspätet doch noch am Mantrailing-Seminar teilnehmen.
Mantrailing-Seminar
Und hier auch noch einige Eindrücke vom Trailen mit Shadow bei Alun Williams. Auch Jason darf selbstverständlich noch einen Trail laufen – einzig ohne Trainerbegleitung.










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