Besuch der Gedenkstätte in Dachau

5. und 6. August 2016

Ein schwerer Entschluss

Lange überlegt sich Monika, ob sie die Kamera nach Dachau mitnehmen soll. Und falls ja, ob es richtig ist, die Fotos anschliessend zu zeigen. Den Ausschlag gibt schliesslich die Tatsache, dass die Gedenkstätte auf Wunsch ehemaliger Häftlinge entstanden ist. Sie soll dazu beitragen, dass das, was in Dachau geschehen ist, nicht in Vergessenheit gerät.

Wir verzichten bewusst darauf, Menschen abzubilden – bis auf drei Ausnahmen. Stattdessen lassen wir an dieser Stelle die Texte und Erzählungen für sich sprechen.

Hinter dem Tor

Jedem, hinter dem sich diese Türe schloss, wurde nicht nur die Freiheit genommen, sondern auch das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.

Der Bunkerhof

Wer hier hineingehen musste, dem standen unmenschliche Misshandlungen bevor – oft endeten sie mit dem Tod. Die Bunkerhaft wurde für die SS zur Methode, missliebige Häftlinge einzusperren. Hier konnten sie ausserhalb der Reichweite ihrer Mitgefangenen verschärften Haftbedingungen ausgesetzt, gefoltert oder ermordet werden.

Skulptur von Nandor Glid

Pfähle, Gräben und Stacheldraht sind zu erkennen – Symbole für die Sicherungsanlagen des Konzentrationslagers. Menschliche Skelette, verfangen im Stacheldraht, gedenken derjenigen, die aus Verzweiflung „in den Draht gingen“ und sich dadurch das Leben nahmen.

Bei den Baracken

Auch hier wurde die Würde und Menschlichkeit mit Füssen getreten 🙁

Mahnmal von Hubertus von Pilgrim

Mahnmal als Erinnerung an die Evakuierungsmärsche der Häftlinge des KZ Dachaus.

Leben und Sterben im Konzentrationslager

Die Gaskammern in Dachau wurden gebaut, aber nie benutzt. Der Grund ist bis heute unbekannt – sicher ist nur, dass es nicht aus Mitgefühl geschah. Häftlinge, die die SS nicht mehr brauchte, wurden stattdessen zur Vergasung nach Auschwitz verbracht. Im Krematorium hingegen wurden die unzähligen Toten verbrannt – so lange, bis keine Kohle mehr dafür da war.

Weitere Grausamkeiten

Medizinische Experimente an Menschen gehörten ebenfalls zum Alltag. Ob tödliche Krankheiten, Kälte- oder Luftdruckexperimente – auch bei Letzteren nahm man den tödlichen Ausgang billigend in Kauf.

Menschlichkeit inmitten des Grauens

Neben all dem Grausamen fanden sich unter den Häftlingen jedoch auch Kameradschaft, Mitgefühl und Unterstützung. Manche riskierten hohe Strafen, wenn sie beim Helfen erwischt wurden. Diese Nächstenliebe gab vermutlich dem einen oder anderen die Kraft, sich trotz aller Misshandlungen und Entbehrungen nicht aufzugeben.

Im letzten Kriegsjahr wurden viele Häftlinge aus anderen, aufgelösten Konzentrationslagern nach Dachau verlegt. Viele überlebten diese letzten Transporte nicht. Die Überlebenden wurden auf die bereits überfüllten Baracken verteilt – und auch das wenige Essen musste geteilt werden.

Es berührt tief, was wir hier zu sehen bekommen haben. Und doch ist es nur die Oberfläche des Grauens. Kaum zu glauben, dass Menschen das aushalten konnten. Und nicht nur das, sondern auch noch immer die Kraft hatten, mit anderen mitzufühlen.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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