6. bis 8. August 2023
Im Jahr 1899 liess der Fabrikant Carl Natermann diesen 70 Zentner schweren Quarzit zusammen mit der Inschrift an die Spitze der Insel stellen.


Die Drei-Flüsse-Stadt
Dort wo Werra und Fulda zusammenfliessen und danach als Weser gemeinsam weiterziehen, liegt Hann. Münden. Deshalb wird die Stadt auch die Drei-Flüsse-Stadt genannt. Die Gemeinde besteht aus der Kernstadt im Tal sowie 10 weiteren, dörflichen Ortschaften in deren Umkreis.
Alexander von Humboldt soll der Überlieferung nach Hann. Münden als „eine der sieben schönst gelegenen Städte der Welt“ bezeichnet haben. Ob er damit nur die Lage als Massstab nahm, vermögen wir nicht einzuschätzen. Wir jedoch sind vom intakten Kern mit meist gut erhaltenen und schön restaurierten Fachwerkhäusern begeistert.
Namensgebung gegen Verwechslungen
Um Verwechslungen mit der Stadt Minden zu vermeiden, was immer wieder zu falsch ausgelieferter Post führte, erweiterte Münden ihren Namen in den 1990 Jahren zu Hannoversch Münden.
Unser Stellplatz
Der Stellplatz liegt am Rande eines gut besuchten Grossparkplatzes. In der ersten Nacht ist er so gut gefüllt, dass wir nicht auf den für Wohnmobile vorgesehenen Stellflächen stehen können. Aber wir haben Glück und ergattern am nächsten Morgen einen der beliebten Plätze.



Stadtspaziergang durch die historische Altstadt
Direkt vom Stellplatz aus führt der Weg über die Mühlenbrücke in die historische Altstadt. Auf dieser überqueren wir den Mühlenarm, welcher vom Fuldanebenarm abzweigt. Durch die anschliessende Mühlenstrasse geht’s direkt zum Marktplatz mit dem Ratsbrauhaus, der Tourist-Information, der Stadtverwaltung sowie natürlich dem Rathaus selbst.









Durch die Ziegelstrasse zur Tillyschanze
Durch die Ziegelstrasse am Rathaus vorbei geht es weiter in die Siebenturmstrasse, wo im Hintergrund der Turm „Tillyschanze“ zu sehen ist. Der Name ist auf die Belagerung und Erstürmung der Stadt im Dreissigjährigen Krieg zurückzuführen. Laut Überlieferung soll Feldherr Johann Tserclaes Graf von Tilly 1626 von dort oben mit Kanonen die Stadtmauer beschossen haben. Der Turm selbst wurde erst 1881 bis 1885 zur Erinnerung an die Belagerung als Aussichtsturm errichtet.








Fährpfortenturm – Teil der alten Stadtmauer
Durch die Radbrunnenstrasse gelangen wir zum Fährpfortenturm (auch Hagelturm oder Natermannturm genannt). Er war Teil der wahrscheinlich um 1200 entstandenen Stadtmauer, welche insgesamt 26 Tore und Pforten enthielt. Heute sind noch deren 12 erhalten. Ursprünglich war der Hagelturm nur 26 m hoch. Im 19. Jahrhundert wurde er auf 40 m aufgestockt und zum Schrotturm umgenutzt.
Beim Wiedereintauchen in die Stadt stossen wir auf ein interessantes Haus: Dessen Wand von oben bis unten mit Ziegeln verkleidet ist.




Rotunde und Aegidiiplatz
Vorbei an zwei lustigen Figuren gelangen wir zur Rotunde, einem früheren Zwingerturm, der als Verstärkung der Stadtmauer erstellt wurde. Als der Wehrturm abgebaut wurde, liess man die Rotunde stehen. Lange als Lagerraum genutzt, beherbergt er heute ein Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege mit der Inschrift: „Sie janken, aber ihr Geist lebt, ein ewiger Mahner uns zur Pflicht.“ (janken: jammern, klagen)







Am Aegidiiplatz stehen wunderschöne Fachwerkbauten. Rechterhand ist die Rückseite der Kirche St. Aegidien zu sehen, die kleinere der beiden historischen Altstadtkirchen. Auf deren Nordseite befinden sich mehrere Gedenktafeln, unter anderem eine, die dem hier 1727 verstorbenen und in der Gruft beigesetzten Dr. Johann Andreas Eisenbarth gewidmet ist.




Blühstellen – eine Besonderheit
Immer wieder treffen wir in der Stadt auf Tafeln, die einen Ort als offizielle Blühstelle ausweisen – etwas, was wir noch an keinem anderen Ort gesehen haben.



Weitere historische Türme
Am prächtigen Wohnhaus am Wall 12 vorbei geht es zum Fangenturm (auch Kronenturm genannt nach dem angrenzenden ehemaligen Hotel „Zur Krone“) und weiter zum Hampescher Turm beim Welfenschloss.



Der Name Fangenturm geht auf das als Gefängnis genutzte Verlies zurück.



Das Geschwister-Scholl-Haus
Das ehemalige Haus „Drosten“ (entsprach einem Landrat oder Regierungspräsidenten) ging 1846 in den Besitz der Stadt über und diente als Schule und Jugendzentrum. Heute ist es ein Mehrgenerationenhaus. Den Namen „Geschwister-Scholl-Haus“ erhielt es zu Ehren der Geschwister Scholl, um an ihr Engagement gegen das NS-Regime zu erinnern. Sie selbst haben jedoch nie darin gelebt..









Die Halbinsel Doktorwerder
So wird die kleine Halbinsel mitten in der Werra genannt, auf die wir über die alte Werrabrücke gelangen. Wie überall in der Stadt treffen wir auch hier wieder auf Spuren und Statuen von Dr. Eisenbarth.





Dr. Eisenbarth – der berühmte Wunderarzt
Er war jedoch nicht der Namensgeber für die Halbinsel – dies war der Arzt Dr. Lachmund, welcher den Werder 1841 erwarb (Werder = Insel in einem Fluss). Dr. Eisenbarth hingegen war als reisender Wunderarzt bekannt, welcher für die Entfernung von Blasensteinen, Behandlung von Leistenbrüchen und als Starstecher Ruhm erlangte. Im Gegensatz zu den studierten Ärzten waren die Chirurgen jedoch damals reine Handwerker ohne akademischen Titel.
Sehenswürdigkeiten auf der Halbinsel
Auf der Halbinsel befinden sich das denkmalgeschützte Borkenhaus, dessen Fassade mit Borke verkleidet ist, sowie zahlreiche Skulpturen des Mündener Bildhauers Wüpper (1911 bis 1995) und das Denkmal zur Gründung des mitteldeutschen Sängerbundes (1839).










Zu weiteren touristischen Magneten zählt das Projekt „Wasser sichtbar machen“, das im Rahmen der Expo 2000 in Hannover gestaltet wurde, sowie die 2015 mit Hilfe von Bundes- und Landesfördermitteln sanierte Werrapromenade „Dielengraben“ beim Welfenschloss.


Eisgenuss in der Promenade
Zum Abschluss geht es noch einmal zurück ins Städtchen, wo wir uns in der Promenade ein feines Eis gönnen.







Morgengassi zur Drehbrücke
Wieder einmal nutzt Monika Dieters Vorbereitung des Wohnmobils zur Weiterreise für das Morgengassi mit Lenny und Shadow. Diesmal führt der Weg sie zur Drehbrücke beim Campingplatz. Für uns ist diese aufgrund des Gewichts nicht passierbar, aber seit letztem Jahr dürfen immerhin Wohnmobile bis 3.5 Tonnen darüber fahren.













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