Gezeitenwechsel der Gironde bei Lamarque

10. bis 13. Mai 2024

Die Strände am Atlantik beginnen sich langsam zu füllen. Und so kehren wir dem Meer den Rücken zu und bauen darauf, dass wir auf dem Stellplatz in Lamarque einen Platz für uns und unser Wohnmobil finden werden. 

Winzereien, aber weit und breit keine Trauben in Sicht

Auf der Fahrt nach Lamarque sehen wir unzähligen Winzereien und Weinhändlern am Strassenrand. Kein Wunder, zählt Lamarque doch zum Natur- und Weinanbaugebiet Médoc, das vom Meer, der Gironde und im Süden von Sümpfen und Wäldern eingefasst ist.

Zu unserem Erstaunen haben wir aber bis hierhin noch keinen einzigen Weinberg gesehen. Zudem ist die Landschaft so weit wir blicken, ohne eine einzige Erhebung, Und doch gibt es so viele Winzer hier – ob sie die Trauben womöglich bei weiter entfernten Weinbergen kaufen?

Auf der Weiterfahrt lüftet sich das Geheimnis. Denn kaum sind wir aus den städischen Regionen draussen, fahren wir durch Felder voller Weinstöcke, die aber viel niedriger sind, als jene die wir bisher kannten.Später erfahren wir, dass die Weinstöcke hier nicht viel höher gezogen werden, da sie so von der im Boden gespeicherten Wärme profitieren.

Unser Stellplatz an der Fähranlegestelle in Lamarque

Unsere Hoffnung wird nicht enttäuscht, denn trotz der Feiertage stehen auf dem kleinen Stellplatz direkt beim Fährhafen nur wenige Wohnmobile und wir haben die freie Wahl wo wir uns hinstellen wollen.

Ebbe und Flut

Lamarque liegt fast 70 Kilometer von der Einmündung der Gironde in den Atlantik entfernt und doch sind hier die Auswirkungen von Ebbe und Flut deutlich zu sehen.

Davon ahnen wir jedoch noch nichts, als wir unser Wohnmobil direkt neben den Ausläufer der Gironde stellen wo statt Wasser nur Schlamm und trockene Erde zu sehen ist.

Und so staunen wir dann auch nicht schlecht, als nur ein paar Stunden später das Wasser metertief in der ausgebauten Rinne steht. Und auch die Schiffe können endlich tun, was Schiffe so tun – nämlich schwimmen. Zum Baden lockt es jedoch auch jetzt nicht, denn wie die Gironde, die selbst in Google-Maps als brauner Strom zu sehen ist, zeigt auch die Rinne die braune Farbe des Schlamms. 

Abendspaziergang und Poser Shadow

Leider finden sich rund um den Stellplatz nicht wirklich schöne Spaziermöglichkeiten. Shadow und Lenny ist es egal, denn zum Schnüffeln findet sich immer etwas.

Unser Poser Shadow

Abendspaziergang mit Lenny und ein unkooperativer Geselle

Abendspazi mit Lenny zum Fähranleger. Zu seiner grossen Enttäuschung ist der Baumstamm, den er dort entdeckt, viel zu schwer und gross, um ihn mitzunehmen. Und auch der Entastungsversuch bringt ihn nicht weiter.  Später geniessen wir im Restaurant am Fluss ein leckeres Abendessen.

Die Fähre – abhängig von Ebbe und Flut

Als wir beim Spaziergang beim Fähranleger vorbeikommen staunen wir, dass die Fähre noch da liegt. Denn eigentlich hätte sie bereits vor 40 Minuten abfahren sollen. Ob sie sich wohl verspätet hatte und nun auf die nächste Flut warten muss, denn allzu viel Wasser hat sie nicht mehr unter sich.

Aber plötzlich beginnen die Motoren zu laufen und schon schiebt sich die Fähre seitlich vom Anleger weg und nimmt dann im tieferen Wasser Fahrt nach Blaye auf. 

Wir verzichten auf die Überfahrt

Eigentlich hatten wir geplant, auch einmal die Fähre nach Blaye zu nehmen, dass von hier aus zu sehen ist. Aber als wir erfahren, dass die Fähre je nach Wasserstand bis zu 40 Minuten braucht, um ans andere Ufer zu gelangen und dazu vielleicht noch die Wartezeit, lassen wir den Plan fallen. Die Zeit zwischen Hin- und Rückfahrt wäre um die Jahreszeit zu knapp, um mehr als eine Stippvisite bei der Citadelle zu machen. Und für die Überfahrt mit dem Wohnmobil ist unseres leider zu schwer.

 Ein kurzer Morgenspaziergang und schon geht die Reise weiter

Das Wohnmobil ist reisefertig, die Hunde versäubert und so geht es nun weiter zum Stellplatz in Blasimon, östlich von Bordeaux.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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