5. bis 7. August 2019
Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir das Besucherbergwerk und steigen mit der letzten Führung des Tages in die Grube hinab. Zuvor werden wir bergmännisch ausgerüstet. Denn Helme gehören einfach zur Pflichtausstattung unter Tage.
Abstieg in die Grube Hoffnung
Unser erster Halt ist die Grube „Hoffnung“, die als letzte hier in Fell stillgelegt wurde. Unter sachkundiger Führung erfahren wir, wie die Männer aus der Umgebung einst den begehrten Schiefer abbauten.
Leben ohne Tageslicht
Die Arbeitsbedingungen waren brutal: Im Sommer bestellten die Männer ihre Felder, im Winter verschwanden sie in der Unterwelt des Bergwerks. Bis zu zwölf Stunden täglich schufteten sie bei Dreck und in der Dunkelheit – monatelang ohne Tageslicht zu sehen.
Selbst zum Essen kamen sie nicht nach Hause. Ihre Söhne, die sogenannten „Suppenjungen“, brachten ihnen das Essen direkt in die Grube und durften dafür extra früher die Schule verlassen. Die ständige Feuchtigkeit, der Dreck und die körperliche Schwerarbeit forderten ihren Tribut: Das Durchschnittsalter lag bei nur 45 Jahren. Und so prägten dann auch Lungenentzündungen, Gelenkschmerzen und krumme Rücken das Leben der Schieferarbeiter.
Schwerarbeit unter Tage
Der Grund für die körperlichen Leiden wird schnell klar: Der Schiefer wurde in tonnenschweren Blöcken abgebaut und erst ausserhalb der Grube zu den schmalen Dach- und Fassadenziegeln verarbeitet, die wir heute kennen. Die massiven Platten mussten entweder mühsam hinausgetragen oder mit Förderwagen – den sogenannten „Hunten“ – abtransportiert werden. Diese erhielten ihren Namen vom charakteristischen Jaulen, das sie in den langen Tunnels von sich gaben.








Die Abbautechniken der Bergleute
Der Abbau selbst erfolgte durch Bohren und „Schiessen“ (Sprengen) oder durch das traditionelle „Schrämen und Abkeilen“ – dabei wird der Schiefer mit spitzem Eisen und Hammer herausgeschlagen. Nach jeder Sprengung mussten spezialisierte Arbeiter kontrollieren, ob alle losen Gesteinsteile entfernt waren, bevor die Arbeit weitergehen konnte.


Weiter zur Grube Barbara
Durch einen eigens für Besucher erbauten Tunnel gelangen wir von der Hoffnungsgrube zur Grube Barbara, über welche die heilige Barbara – Schutzpatronin der Bergleute – wacht. Im Winter, wenn das Bergwerk für Besucher geschlossen bleibt, finden hier die „Grossen Mausohren“ Unterschlupf – Europas grösste Fledermausart nutzt die konstanten Temperaturen für ihren Winterschlaf.















Das Tageslicht hat uns wieder



Weitere Informationen:
Historische Bilder der Grubenarbeiter: Link
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