Durch die Aareschlucht

9. Juni 2020

Was macht man, wenn die Grenzen geschlossen sind und das Wetter nicht mitspielt? Man geht an einen Ort wo dies keine Rolle spielt.

Einige Zahlen zur Schlucht

Die Aare, die im Grimselgebiet entspringt hat sich bei Meiringen im Haslital eine 1,4 km lange teils bis zu 200m tiefe Schlucht erschaffen, welche an den schmälsten Stellen nur 1 bis 2 Meter breit ist. 1888 wurde sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und lockt seitdem unzählige Besucher an, die besonders im Sommer die Kühle der Schlucht geniessen. An Regentagen wie bei unserem Besuch begegnen wir jedoch nur ab und zu anderen Besuchern. Worüber wir froh sind. Denn auf dem meist nur 1 Meter breiten Holzweg ist an es vielen Stellen doch recht eng zumKreuzen.

Aber Jason und Shadow bleiben selbst an den engsten Stellen ganz entspannt – egal wer uns entgegen kommt ❤

Anreise

Da wir mit der Flussrichtung laufen möchten, geht es mit dem Zug zum Ostportal der Schlucht. Hier steigen wir mitten im Berg aus.

Anschliessend geht es auf der 40 m lange Ryschi-Hängebrücke über die Aare.

Noch etwas flitzen

Bevor es in die Schlucht und somit an die Leine geht, dürfen Jason und Shadow noch kurz etwas Energie ablassen. Und weil sie es nicht von sich aus tun, lassen wir sie eine Scheune und eine Stange auf der Wiese umrunden.

Es geht in die Schlucht

Bei der Aareschlucht handelt es sich um einen 1,4 Kilometer langen Canyon, der an der schmälsten Stelle nur ein bis zwei Meter breit und an ihrer tiefsten Stelle 200 Meter tief ist ist. Der Weg durch die Schlucht führt über gut ausgebaute Stege und Treppen.

Und das Erstaunlichste: der Unterhalt der Stege wird heute noch nach einem 800 Jahren alten Prinzip durchgeführt. Dazu gehören die Felsreinigung genau sowie Schmiede-, Maler- und Zimmerarbeiten

Die Gletschermühle

Gletschermühlen stammen aus der Eiszeit und wurden hier in der Schlucht durch den Aaregletscher geschaffen, der damals bis zu 900 Meter dick war.

Ihren Namen verdanken sie dem mahlenden, meist rotierenden Schmelzwasser, das hier durchfloss und die Felsen formte. Dabei entstanden spiralförmige Hohlformen im Eis, in denen das Schmelzwasser Gesteinstrümmer unterschiedlicher Grösse in kreisförmige Bewegung versetzte. Durch diesen Prozess wurden die Gletschermühlen stetig erweitert, während die Trümmer selbst rund geschliffen wurden und so Mühlen schufen, die Durchmesser von bis zu 20 Metern erreichen konnten.

Das „Trockene Lamm“ und Kaverne aus dem zweiten Weltkrieg

Auf der Gegenseite liegt das „Trockene Lamm“, die markanteste Nebenschlucht der Aareschlucht. 1898 wurde dort ein weiterer Steg eingerichtet, welcher über eine Eisenbrücke verbunden war. Der Unterhalt war jedoch so aufwändig, dass er 42 Jahre später wieder aufgegeben wurde. Die Überreste des Stegs sind jedoch heute noch zu sehen.

Ende 1940 wurden hier auch zwei militärische Kammern angelegt: Die grössere war für die Schlafräume der 185 Offiziere und Soldaten angelegt, die kleinere für die technischen Einrichtungen, Büros, Aufenthaltsräume sowie Esszimmer. Der Ausbau war luxeriös mit Holztäferung, Heizung, elektrischem Licht, fliessendem Wasser und WC. Sie wurden jedoch niemals benutzt.

Der Hasliadler auf der Gegenseite ist heute jedoch noch immer im Siegel, Banner und Gemeindewappen des Haslitals zu sehen.

Grosses Run

Das „Grosses Run“ ist mit 40m die breiteste der Schlucht (Run steht für eine Rinne an Gebirgshängen (mit Wildbach)). Hier findet man auch die grössten Kies- und Sandablagerungen innerhalb der Schlucht.

Der „Schräybach“, ein Wasserfall, der hier in die Aare stürzt, zeigt wie chemische Erosion eine Landschaft verändern kann. Denn das durch Mineralien angesäuerte Wasser frisst sich immer tiefer in den Felsen und lässt so den Wasserfall über die Jahre kleiner und kleiner werden.

Die grosse Enge

Es wird dunkel und eng, geschaffen durch mechanische Erosion.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ende der Schlucht, die wir heute dank der wenigen anderen Besucher in aller Ruhe geniessen durften.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.