25. Mai 2017
Jasons Fussbad mit Überraschung
Jason geniesst ein kühles Fussbad in der Donau, als ihm plötzlich etwas auffällt.






Von der erst noch mächtigen Donau unweit von Möhring ist nichts mehr zu sehen – aber ich schwör’s, ich habe den Stöpsel nicht gezogen.






Nur ein paar Meter weiter ist der Fluss von jetzt auf gleich verschwunden, und das Flussbett liegt leer vor uns – fast so, als ob jemand das Wasser einfach geklaut hätte. Nur noch ein paar Pfützen und Steinhaufen sowie ein leichter Fischgeruch zeugen davon, dass hier vor Kurzem noch die Donau durchgeflossen sein muss.




Das Rätsel um das verschwundene Wasser
Und ganz so abwegig ist es nicht mit dem geklauten Wasser. Das ist nämlich nicht einfach versickert, sondern durch die Löcher im Boden versunken, um dann an ganz anderer Stelle wieder aufzutauchen.
Das Glück meint es gut mit uns, denn kurz darauf taucht ein Mann auf, der sich Zeit für uns und unsere Fragen nimmt. So erfahren wir, dass wir hier gerade ein weltweit einmaliges Naturphänomen erleben: die Donauversinkung.
Hier verschwindet die Donau tatsächlich etwa 130 Mal im Jahr komplett im Boden. Er deutet dabei auf die unzähligen Löcher im Karststein, durch die das Wasser wie durch den Abfluss einer Badewanne im Boden versinkt.
Wären wir einen Tag eher hier gewesen, hätten wir sogar noch das Versinken des Wassers erleben können. Auch der Mann ist leider zu spät gekommen, um das Phänomen zu fotografieren. Da vor vier Tagen das Flussbett noch voller Wasser war, rechnete er erst heute damit.
Des Rätsels Lösung
Das versunkene Wasser der Donau ist jedoch nicht verloren, sondern kommt rund 60 Stunden später auf der anderen Bergseite beim Ort Aach wieder zum Vorschein. Dabei hat das Wasser unterirdisch fast 12 Kilometer zurückgelegt und 183 Höhenmeter überwunden.



Hier vermischt sich das Wasser der Donau mit der Aach und fliesst nun als Aach weiter in Richtung Bodensee und von dort aus in die Nordsee – die Donau wurde zum Zufluss des Rheins.
Das Donauwasser verliert hier nicht nur seinen Namen: Das Wasser, das ins Schwarze Meer fliesst, enthält nun auch kein einziges Tröpfchen der ehemaligen zwei Donauquellen mehr, sondern stammt aus Quellen unterhalb von Möhringen.
Nicht alle, die am Ufer der Donau leben, konnten und können sich für dieses Phänomen begeistern. Über die Jahrhunderte wurde immer wieder versucht, die Löcher zu stopfen oder die Donau anderweitig zu stauen, um den Touristen bei einer Versinkung nicht nur ein leeres Flussbett zeigen zu müssen.
Der Aachtopf
Wir wollen nun natürlich wissen, wie es dort aussieht, wo die Donau zur Aach wird. Wir hatten einen kleinen Wasserfall oder zumindest eine sichtbare Quelle erwartet. Tatsächlich aber strömt das Wasser aus einer 18 Meter tiefen, unterirdischen Quelle – dem Aachtopf. Es kommt jedoch nicht alles wieder zu Tage, denn ein Teil fliesst unterirdisch weiter und kommt an anderer Stelle zum Vorschein (zum Beispiel in Singen).
Nachdem wir uns dieses Naturschauspiel angeschaut haben, folgen wir zu Fuss dem Flusslauf der Aach.



Nachdem wir uns dieses Naturschauspiel angeschaut haben, folgen wir zu Fuss dem Flusslauf der Aach.





Und entdecken dabei gleich noch eine weitere Besonderheit: Kühlschränke von der Natur geschaffen.






Inzwischen ist es Abend geworden und wir kehren zu unserem Wohnmobil zurück und fahren weiter nach Menzenschwand.
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