Auf der Lüderenalp *

11. bis 13. September 2023

Eine abenteuerliche Anreise

Vom Emmental kommend ist die Anreise auf die Lüdeneralp recht abenteuerlich: Die schmale, kurvenreiche Bergstrasse fordert unsere ganze Aufmerksamkeit und lässt das Herz manchmal etwas schneller schlagen. Umso dankbarer sind wir, dass uns auf der engen, unübersichtlichen Strecke kaum Fahrzeuge entgegenkommen – mit dem Wohnmobil wäre das Kreuzen für alle eine kleine Herausforderung geworden.

Was für ein Ausblick!

Doch spätestens beim ersten Blick auf die atemberaubende Bergkulisse wird klar: Diese Anfahrt hat sich mehr als gelohnt. Zwar ist das Restaurant am Montag und Dienstag geschlossen – ein kleiner Wermutstropfen. Doch der wunderschöne Stellplatz steht uns dennoch zur Verfügung, und so sind wir ganz alleine hier oben. 

Abendspaziergang

Am Abend unternehmen wir einen entspannten Spaziergang rund um das Hotel „Bärnblick Panorama“. Der Name hat nicht übertrieben – der Panoramablick über die Alpen ist wirklich ein Traum. Lenny interessiert sich jedoch mehr für die Kuh auf der Wiese als die Bergkulisse um uns herum.

Rundwanderung zum Steygärtli auf der hinteren Lüdeneralp

Am nächsten Morgen lockt uns das herrliche Wetter früh aus den Federn und so haben wir ausreichend Zeit für unsere Rundwanderung.

Dieter wird zum Retter

Allzu weit sind wir noch nicht gekommen, als wir die ersten Kühe erblicken – diesmal aber nicht wie die anderen durch einen Draht vom Weg abgetrennt. Uns bleibt aber keine andere Möglichkeit, als an ihnen vorbeizugehen, wenn wir nicht umkehren wollen.

Obwohl sie recht entspannt wirken, trauen wir ihnen nicht so recht. Denn allzu oft haben wir schon erlebt, dass sie sich wegen unserer Hunde nähern. Meist neugierig, aber manchmal auch angriffslustig.

So betätigt sich Dieter als lebendiger Zaun, nachdem sein Versuch gescheitert ist, sie etwas weiter hinunterzutreiben. Die haben sich wohl gedacht: „Wer ist denn dieser Amateur, der hier Kuhhirte spielen möchte?“ Glücklicherweise kommen nur zwei etwas näher, aber auch sie bleiben friedlich und lassen uns passieren.

Vorbildliche Hunde

Auch Shadow und Lenny meistern die Situation vorbildlich. Kein Gebell, keine Aufregung – ganz im Gegensatz zu unserem verstorbenen Jason, der ihnen sicher schon längst energisch mitgeteilt hätte, dass sie zu verschwinden haben. Paradoxerweise hatte er sie damit früher erst recht angelockt.

Bei der nächsten Kuhherde kann Monika mit den beiden Hunden geschickt einen grösseren Bogen laufen, nur bei der letzten Begegnung führt der Weg unausweichlich mitten durch die Herde. Doch auch hier lassen sich die Kühe von uns nicht aus der Ruhe bringen. Und so gelangen wir ungeschoren auf die gegenüberliegende Seite der Kuhweide.

Pause beim Steygärtli

Das ist dann aber auch die letzte Kuh-Begegnung gewesen und wir wandern entspannt weiter. Das Wetter und die Weitsicht sind herrlich. Aber langsam werden wir durstig, denn selbst auf 1’000 Metern ist es immer noch sommerlich warm. So sind wir froh, als wir bei der hinteren Lüdeneralp ankommen und dort die einladenden Tische und den Kühlschrank mit den kühlen Getränken entdecken.

Erklärung für das friedliche Verhalten

Irgendwann taucht der Jungbauer auf und wir sprechen ihn auf die entspannten Kühe an. Er erklärt uns, dass seine Kühe Menschen und Hunde gewohnt sind und deshalb auch bei Wanderern wenig Interesse zeigen. Ein beruhigendes Wissen sollten wir noch auf weitere seiner Kühe treffen.

Irgendwann taucht dann auch noch der Bauer auf und als wir ihn auf die freundlichen Der Bauer klärt uns über das gelassene Verhalten seiner Kühe auf: Sie sind Menschen und Hunde gewohnt und deshalb so entspannt. Eine beruhigende Erkenntnis! Denn bei weniger sozialisierten Kühen oder gar Mutterkühen mit Kälbern kann eine Wanderung schnell zu einem nervenaufreibenden Erlebnis werden.

Tatsächlich sind wir schon das eine oder andere Mal umgekehrt, wenn uns eine Herde allzu bedrohlich erschien. Und leider führen viele der schönsten Wanderwege in der Schweiz über Alpweiden und gerade wenn es Mutterkühe sind, macht man lieber einen grossen Bogen um diese.

Beim Gang zum herzigen WC-Häuschen entdeckt Monika auch noch diese riesigen Kuhglocken, welche die Kühe beim Alpaufzug und Alpabzug tragen.

Auf dem Heimweg

Frisch gestärkt und ausgeruht geht unsere Wanderung weiter auf dem Rundweg, der uns wieder zum Wohnmobil auf der Lüdeneralp bringt.

Während Dieter auf der anderen Hügelseite noch „schnell“ einen Geocache löst, versucht Monika Shadow zu einem Fotoshooting zu überreden. Aber der hat vor allem Dieters Abwesenheit im Kopf und möchte am liebsten die ganze Zeit den Punkt im Auge behalten, wo Dieter verschwunden ist.

Endlich ist Dieter zurück und Shadow hat seine Herde wieder zusammen – die Wanderung kann weitergehen.

Nach gut fünf Stunden erreichen wir müde, aber rundum zufrieden wieder unser Wohnmobil. Es war ein wunderschöner Tag, und nachdem auch noch Lennys Wunsch nach Wasser erfüllt ist, kehrt Ruhe ein.

Zurück nach Basel

Für die Rückfahrt am nächsten Tag nehmen wir diesmal die Strasse die auf Sumiswald führt. Diese ist deutlich einfacher zu fahren und hat auch genügend Ausweichstellen, die wir diesmal kaum brauchen. Das zuziehende Wetter lockt kaum Jemanden hinauf.

© Womocanis.ch
Womocanis.travel.blog


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